US-Kardinal Raymond Burke gilt als größter Kritiker des Papstes. Burke soll enge Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump und zu dessen [ehemaligen] Chefstrategen Steve Bannon haben. Jetzt hat er seine Kritik an Franziskus erneuert. Was treibt beide um? -> Interview mit domradio.de (18. und 19.08.17)

Chefredakteur von Radio Vatikan zu Burkes Kritik an Franziskus:

domradio.de zur Papskritik von Kardinal Burke

Wir zitieren einen Auszug aus diesem Interview:

domradio.de: Was kann er damit bewirken?

Hagenkord: Leider nur, dass er damit sich selbst und seine Ideen immer wieder in die Öffentlichkeit bringt. Es ist ja nicht so, als ob er damit die Spaltung, von der er dauernd spricht, verhindern würde. Ganz im Gegenteil: Er füttert sie ja. Er füttert damit Leute, die meinen, dass es alles ganz schlimm sei, was Papst Franziskus macht und jetzt kommt ein Kardinal und sagt das auch noch. Das ist der Effekt, den er hat. Das halte ich nicht für hilfreich. Überhaupt schon gar nicht für Familien, um die es ja eigentlich geht.

domradio.de: Was ist dran, an den Gerüchten über den Draht von Kardinal Raymond Burke ins Weiße Haus in Washington?

Hagenkord: Das ist auch so eine Geschichte. Burke hat sich einmal mit einem Repräsentanten von Breitbart, diesem rechten Portal in den USA, getroffen. Der jetzige Chefberater im Weißen Haus, Steve Bannon, war damals dort der Chef. Das ist der erste Kontakt. Der zweite Kontakt war, dass Burke einmal an einer Tagung teilgenommen hat, an der Steve Bannon zugeschaltet wurde. Ob die sich jemals persönlich getroffen haben weiß ich gar nicht. Da wird daraus gemacht, er sei der Repräsentant von Trump im Vatikan und all solche Sachen. Fakt ist aber, dass Steve Bannon der ultimative Zerstörer ist. Er will ja alles einreißen, was politische Kultur in den USA anbetrifft. Burke ist ja das Gegenteil, er ist der ultimative Bewahrer. Also eigentlich sind die völlig auseinander. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie irgendeine gemeinsame Basis haben.

Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieses Interviews meldete der Nachrichtensender n-tv auf seiner Website, Trump habe seinen Chefstrategen Steven Bannon gefeuert:

n-tv.de: Trump feuert Stephen Bannon

Nach Kenntnis der ersten Meldungen vom heutigen Tag – 19.08.17 – haben wir den Eindruck, dass die Strategie des „Schulterschlusses“ zwischen bestimmten konservativen Kräften in der Katholischen Kirche und sehr einflussreichen rechtspopulistischen politischen Akteuren wie Bannon und Trump in eine neue Phase eintritt. Die Taktik ist allerdings alles andere als neu: Bannon ist zu seinen Wurzeln bei „Breitbart News“ zurückgekehrt.

n-tv.de: Bannon will für Trump „in den Krieg ziehen“

Ihre innige Zusammenarbeit haben Trump und Bannon natürlich keineswegs aufgegeben. Weiterhin lobt Trump Bannon und wirbt für Breitbart!

n-tv.de: Trump wirbt für Breitbart

Auszug aus der n-tv-Meldung:

Breitbart News hat sich – auch durch die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump – zu einer der einflussreichsten rechtspopulistischen Websites der Welt entwickelt. Sie steht zudem der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung nahe. Das „Alt“ steht dabei für „Alternative“ – die Bewegung präsentiert sich als Gegenstück zum konservativen Establishment. Ihre Unterstützer hängen der Theorie an, die weiße Rasse sei überlegen. Sie träumen von einem weißen, männlich geprägten Amerika ohne Einwanderung.

Die Alt-Right-Bewegung zählte zu den Initiatoren der rechtsextremen Kundgebungen in Charlottesville, wo es zu einem tödlichen Gewaltausbruch durch Rechtsradikale gekommen ist.

stern.de: Rassistisch und judenfeindlich

Wer ist dieser (ehemalige) Chefstratege Trumps?

wikipedia.de: Stephen Bannon

Auszüge aus wikipedia über Stephen Bannon:

Er leitete von 2012 bis 2016 die Website Breitbart News Network. Im August 2016 wurde er Berater des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Nach dessen Amtsantritt am 20. Januar 2017 wurde Bannon Chefstratege im Weißen Haus. Diese Tätigkeit beendete er am 18. August 2017. […]

Konservatismus

Im Sommer 2014 erläuterte er in der Vatikanstadt im Rahmen eines Vortrags via Skype zum Verhältnis zwischen Armut, Kapitalismus und Christentum[44] als Beitrag zu einer Konferenz des Dignitatis Humanae Institute (DHI)[45][46] im Palazzo der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften[44] seine Auffassung von Konservatismus:[47] Der Kapitalismus sei aufgrund seiner jüdisch-christlichen Basis bis zum Ende des Kalten Kriegs in der Lage gewesen, Kultur und Wirtschaftsinteressen der Arbeiterklasse zu vertreten. Fortdauernde Säkularisierung hingegen habe den Neoliberalismus ermöglicht, der außer seinen Eliten niemanden mehr versorge. Die Rückkehr zu traditioneller abendländischer Religiosität solle den Kapitalismus zähmen und den radikalen Islam besiegen.[35] In dieser Rede bezog sich Bannon auf den italienischen Philosophen Julius Evola[48] sowie auf den russischen Philosophen Alexander Geljewitsch Dugin:[49] Der Westen stehe „am Beginn eines sehr brutalen und blutigen Konflikts“ gegen den „dschihadistischislamischen Faschismus“; es sei eine sehr „aggressive Haltung“ gegen den radikalen Islam und zur Verteidigung der jüdisch-christlichen Kultur notwendig und an der Zeit, für den eigenen Glauben und „für unsere Überzeugungen und gegen die beginnende neue Barbarei zu kämpfen“.[44]

[…] Im November 2016, kurz nach seiner Ernennung zum Berater und Chefstrategen des Präsidenten Donald Trumps, äußerte Bannon in Bezug auf einige jüngste Kritiken an der Wahlkampfkampagne Trumps,

„Finsternis ist gut. Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht. Es kann uns nur helfen, wenn sie [die Liberalen] es falsch verstehen. Wenn sie blind dafür sind, wer wir sind und was wir tun.“

Kann man eine teuflische Strategie noch unmissverständlicher ausdrücken? Bereits seit 2008 deckte der italienische römisch-katholische Priester Gabriele Amorth (geb. 1925, gest. 2016) Zusammenhänge öffentlich auf, welche die unselige Allianz zwischen satanischen Sekten und gewissen Personen in und um den Vatikan betreffen. 

spiegel online.de: Teufelszeug im Vatikan

Auszüge:

Er ist der meistbeschäftigte Exorzist Europas, bekämpft seit fast 25 Jahren den Antichrist, wo immer er ihn findet. Nun verortet Don Gabriele Amorth den Teufel genau da, wo seine Heiligkeit der Papst zu Hause ist: im Vatikan.

[…] „Im Vatikan haust der Teufel“, sagte Amorth einem Reporter des Blattes, den er am Krankenlager empfing. […]

„Wenn die Rede vom ‚Rauch des Satans‘ ist, der in die heiligen Räume eingezogen ist, dann ist das wahr – auch, was die jüngsten Berichte über Gewalt und Pädophilie anbelangt“, klagte Don Gabriele. Es gebe Kardinäle, die nicht an Jesus glaubten, und Bischöfe, die Verbindungen zum Teufel hätten.

[…] Ein Kollege Amorths, der spanische Geistliche José Antonio Fortea Cucurull, auch er auf Exorzismus spezialisiert, distanzierte sich von den Anwürfen gegen die höchsten Würdenträger der katholischen Kirche. „Es wäre schön, wenn alle Kardinäle und Bischöfe der Welt echte Heilige wären“, schreibt Cucurull in seinem Blog. Es gebe stattdessen „spirituellere und weltlichere“ Kardinäle, „aber alle haben die besten Absichten und suchen die Herrlichkeit Gottes“. Es gehe zu weit, zu behaupten, „einige Kardinäle seien Mitglieder satanischer Sekten“, so Cucurull.

Amorth dürfte dies nicht anfechten, er bleibt von seiner Mission durchdrungen.

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