Spinnennetz-Werkler des Opus Dei – Wie konservative katholische Netzwerke ein anderes politisches „System“ etablieren.

Gloria von Thurn und Taxis

ist wie Gabriele Kuby im Kuratorium des „Forum Deutscher Katholiken“ tätig.

»Von rechten Gläubigen werden die Sympathiebeweise gern erwidert. Neben Hedwig von Beverfoerde hat sich auch Gloria von Thurn und Taxis in dieser Szene einen Namen erworben. Auf ihrem Regensburger Schloss bringt sie seit Langem fromme Katholiken und konservative Politiker zusammen. Inzwischen bezeichnet sie sich selbst sogar, im Vokabular der Populisten, als Systemgegnerin: „Ich möchte nicht regimetreu sein.« (Spiegel 29/2017, S. 48 f.)

Nach eigenem Bekunden persönlich bekannt bzw. befreundet mit dem ehemaligen Papst Benedikt und dessen Privatsekretär Don Georg Gänswein.

Interview mit Gloria von Thurn und Taxis

Gänswein wurde kurz vor dem Rücktritt Benedikts noch zum Erzbischof ernannt, er galt neben Gerhard Ludwig Müller, dem Chef der Glaubenskongregation, als wichtigster Vertrauter des ehemaligen Papstes. (Müller ist inzwischen dieser Position durch Papst Franziskus enthoben worden.)

»Gänswein umgibt sich gern mit Konservativen. Zu seinem Netzwerk gehören die katholische Traditionalistenclique um Gloria von Thurn und Taxis und deren Marianische Frauencongregation, der Publizist Wilhelm Lohmann sowie Prälat Wilhelm Imkamp, Mitglied der päpstlichen Theologenakademie. Über lange Zeit hatte Gänswein zudem einen Lehrauftrag an der Universität der reaktionären Gruppierung Opus Dei in Rom. Im Stil der Piusbrüder feierte er die Messe auf Lateinisch.« (Spiegel 10/2013, S.42)

Prälat Wilhelm Impkamp gilt schon lange als Vertrauter Gloria von Thurn und Taxis‘ und daher als recht einflussreich.

»Monsignore Wilhelm Imkamp, der sich der Fürsprache der Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sicher sein kann,“ ist „Mitglied des konservativen „Ritterordens vom Heiligen Grab“. „Die fromme Adelige, die als Vertraute von Papst-Sekretär Georg Gänswein und deshalb als extrem einflussreich gilt, nennt Imkamp einen „feschen Mann“ und schätzt ihn als eines der charismatischsten Mitglieder des Klerus. […] Imkamps Gegner kommen nicht nur aus Kollegenkreisen, sondern auch aus der CSU. […]«. (Spiegel, 26/2010)

Die enge Verbindung zwischen Gloria von Thurn und Taxis und Prälat Wilhelm Impkamp hält bis heute an.

Frühjahrsempfang der Jungen Union München – Am Freitag, den 31. März fand im Backstage der Frühjahrsempfang der Jungen Union München mit Gloria Fürstin von Thurn und Taxis und Prälat Dr. Wilhelm Imkamp statt.“

Frühjahrsempfang 2017 der Jungen Union München

Gemeinsam in Berlin

Gloria von Thurn und Taxis zeigt sich … und zeigt sich …

Zahlreiche weitere Pressemitteilungen finden sich über das gemeinsame Wirken beider – oft in Verbindung mit Georg Gänswein.

Der PR-Mann Gottes

Georg Gänswein hat wiederum mit Martin Lohmann gemeinsam ein Buch veröffentlicht:

Katholisches Wissen aus erster Hand

»Papst-Privatsekretär Georg Gänswein und der katholische Publizist Martin Lohmann haben das Buch „Katholisch. Wissen aus erster Hand“ herausgegeben. Im domradio.de-Interview stellt Lohmann das Buch vor und berichtet von der Übergabe an den Heiligen Vater und über dessen Reaktion.« (domradio.de, 29.10.2010)

domradio: Autorengespräch mit Gänswein

Wer ist Martin Lohmann? U.a. wurde ihm die Mitgliedschaft im Opus Die nachgesagt:

Ein Musterkatholik pfeift auf politische Korrektheit

wikipedia: Martin Lohmann

Auszug aus wikipedia de:

Von 1983 bis 1987 war Martin Lohmann stellvertretender Bundesgeschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). 1987 trat er in die Redaktion des Rheinischen Merkurs ein und wurde später Ressortleiter von Christ und Welt. Von 1994 bis 1997 war er dort stellvertretender Chefredakteur. Von 1998 bis 2004 war er Chefredakteur der Rhein-Zeitung, von 1996 bis 2002 Moderator der Münchner Runde, einer politischen Live-Talkshow des Bayerischen Rundfunks. 2002 gründete er zusammen mit Lothar Roos die Joseph-Höffner-Gesellschaft und war bis 2010 deren 2. Vorsitzender. Seit 2005 arbeitet er als freier Journalist. Seit 2007 ist er Kolumnist bei Bild.

Ab 2006 hatte er als Dozent für Medienethik einen Lehrauftrag an der Macromedia Hochschule der Medien am Standort Köln. Im Februar 2013 erklärte die Hochschule, dass sie Lohmann nach umstrittenen Äußerungen zu Homosexualität und Schwangerschaftsabbrüchen (siehe unten) nicht mehr als Dozent beschäftigen würde. Die Arbeit im ehrenamtlichen Kuratorium der Hochschule hat er selbst beendet.

Im Juli 2010 übernahm Lohmann die Verlagsleitung des J. P. Bachem Verlages in Köln. Am 1. Oktober 2012 wurde er Chefredakteur des privaten katholischen Fernsehsenders K-TV. Dieses Vertragsverhältnis wurde zum Jahresende 2014 gekündigt und die Redaktion des Senders aufgelöst. Lohmann sitzt zudem im Redaktionsbeirat der Zeitschrift Die Neue Ordnung. Von September 2009 bis April 2017 war er Bundesvorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht.

Seit 1972 war Lohmann CDU-Mitglied. Am 19. September 2013 gab er seinen Austritt aus der CDU bekannt. Als Grund für diesen Schritt gab er an, dass „so gut wie alle wesentlichen Kernpunkte, die das ‚C‘ mit seiner einzigartigen Herausforderung ausmach[t]en“, in den vergangenen Jahren „von der Parteiführung der CDU vernachlässigt oder faktisch ausgehöhlt worden“ seien. Die Machtpolitik der CDU ginge auf Kosten der Inhalte.

Lohmann war Sprecher des am 15. November 2009 gegründeten Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU (AEK) und im Frühjahr 2010 als Erstunterzeichner des Manifestes gegen den Linkstrend der „Aktion Linkstrend stoppen“ beigetreten.

2014 bezeichnete der Publizist Martin Lohmann den Limburger Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst als Opfer einer Medienkampagne:

FR: Martin Lohmann über Tebartz van Elst

In einem am Mittwochabend gesendeten Interview mit dem Deutschlandfunk-Moderator Jürgen Liminski bezeichnet er den Bischof als „Opfer einer Medienkampagne“. Das wiederum ist ebenso bemerkenswert wie erklärlich.

Lohmann, einst stellvertretender Chefredakteur des „Rheinischen Merkur“ und Chefredakteur der „Rhein-Zeitung“, profiliert sich seit Jahren als konservativer Katholik. Zweimal wurde das besonders deutlich. Einmal, als Lohmann 2009 einen Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU gründete, um die Liberalisierung der Christdemokratie zu stoppen. Es nützte nichts. Kurz vor der Bundestagswahl 2013 trat er aus Protest aus der CDU aus. Das zweite Mal ragte Lohmann heraus, als er bei Günther Jauch in der ARD die Pille danach auch in Fällen ablehnte, in denen eine Frau vergewaltigt worden war.

Der Fragesteller Jürgen Liminski ist, wie der Blogger Stefan Niggemeier schrieb, ebenfalls „einschlägig bekannt. Er schreibt für die rechtskonservative Zeitung Junge Freiheit, engagiert sich in christlich-konservativen Interessensverbänden, ist Opus-Dei-Mitglied. Und nutzt offenbar auch die Sendungen im öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunk, die er moderiert, als Plattform für seine politischen Überzeugungen.“

kathpedia: Jürgen Liminski

Unlängst interviewte Liminski den konservativen Europapolitiker Tobias Teuscher, der die These aufstellte, eine Mehrheit von Linken, Grünen und Liberalen arbeite daran, Homosexualität als „Leitkultur“ in der Europäischen Union festzuschreiben. Liminski hatte das nicht hinterfragt.

Am 12 Juni 2014 „feierte“ kath.net eine aktuelle Veröffentlichung Lohmanns mit den Worten:

»Ganz einfach heilig – Neuerscheinung über den hl. Josemaría Escrivá

Vorsicht! Dieses Buch könnte ansteckend sein.“ – In Martin Lohmanns neuestem Buch kommt auch einer der letzten noch lebenden Weggefährten des „Opus Dei“-Gründers zu Wort. Eine Rezension von Georg Dietlein«

kath.net feiert „Opus Dei“-Gründer

Wer ist als Mitglied des Opus Dei bekannt?

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bekannter_Opus-Dei-Mitglieder

Zum Wirken des „Opus Dei“:

wikipedia: Opus Dei

Ein weiterer konservativer katholischer Netzwerker mit direkten Verbindungen zur AfD-Spitze ist Mathias von Gersdorff, wie Gloria von Thurn und Taxis aus deutschem Hochadel.

wikipedia: Mathias von Gersdorff

Mathias von Gersdorff ist seit 1990 in der deutschen Lebensrechtsbewegung aktiv und tritt auf Veranstaltungen und in Veröffentlichungen gegen Abtreibung, Pornografie, gleichgeschlechtliche Ehe und Blasphemie sowie gegen die „Gender-Ideologie“ ein. Er nahm an „Märschen für das Leben“ teil und unterstützt das zum Netzwerk der AfD-Politikerin Beatrix von Storch und des Ehepaares Klaus und Birgit Kelle gehörende Aktionsbündnis „Demo für Alle“ im Kampf gegen den baden-württembergischen Bildungsplan 2015, unter anderem auch als Redner bei Kundgebungen. 2013 trat Gersdorff als geladener Redner auf dem World Congress of Families (WCF) in Sydney auf, einem christlich-fundamentalistischen Netzwerk evangelikaler Prägung aus den Vereinigten Staaten, das nach Einschätzung der Friedrich-Ebert-Stiftung ähnliche familien- und gesellschaftspolitische Ziele wie die aus Lateinamerika stammende TFP auf katholischer Seite verfolgt.

In dem Buch »Deutschland treibt sich ab« wird Mathias von Gersdorff aus Sicht des apabiz folgendermaßen beschrieben: „Vor allem der Adelige von Gersdorff, der Leiter der Aktion KiG, beteiligt sich mit scharfen Formulierungen an Debatten um Abtreibung, PID, Gender Mainstreaming oder sexuelle Früherziehung. Er war bereits Autor bei den Christdemokraten für das Leben, an deren Bundesmitgliederversammlungen die DVCK teilweise teilnahm und der Jungen Freiheit sowie Referent bei der extrem rechten Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. Die Aktion KiG ist Teil der Proteste gegen den Bildungsplan 2015 in Baden-Württemberg.“

Regelmäßig nimmt von Gersdorff Stellung zu innerkirchlichen Debatten hinsichtlich Ehe, Familie und Sexualmoral und positionierte sich im Kontext der römischen Bischofssynode über die Familie in den Jahren 2014 und 2015 ablehnend gegenüber Liberalisierungstendenzen in katholischen Laiengremien und im Episkopat. Scharf kritisierte von Gersdorff auch die von der Deutschen Bischofskonferenz empfohlene Reform des kirchlichen Arbeitsrechts im Jahr 2015. Zu diesen Themen wird er auch in befreundeten internationalen Medien als „prominenter deutscher Kirchenbeobachter“ zitiert und interviewt. Gersdorff ist Mitorganisator einer von TFP-nahen Kreisen initiierten Online-Petition an den Papst („Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“), die er als „eine Gegenreaktion auf die Versuche aus dem Linkskatholizismus, also von Organisationen wie Wir sind Kirche, linken Theologen und eben leider auch von manchen Bischöfen, die katholische Lehre zu schleifen, zu liberalisieren“, versteht und die nach eigenen Angaben von sieben Kardinälen und etwa 140 Bischöfen weltweit unterzeichnet wurde. Der Papst wird darin ersucht, die „Zulassung von geschiedenen und wieder verheirateten Katholiken zur heiligen Kommunion“ und jede Form „homosexueller Partnerschaften“ klar zu verurteilen.

Für seine 2015 im Verlag der Abtei Mariawald veröffentlichte Biografie von Plínio Corrêa de Oliveira erhielt Mathias von Gersdorff Würdigungen verschiedener kirchlicher Würdenträger aus seinem kirchenpolitischen Umfeld (u. a. die Kardinäle Raymond Burke, Walter Brandmüller und Paul Josef Cordes, Erzbischof Wolfgang Haas, Weihbischof Athanasius Schneider und Georg May).

von Gersdorff als Gast auf dem Katholikentag

Ein zweiter „Bericht“ zum Katholikentag

 

Die Chile Connection

Mathias von Gersdorff wurde 1964 in Santiago de Chile geboren. Der Ehemann der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch ist ein chilenischer Kaufmann.

Über die Chile-Connection des Herrn von Storch wäre weiter zu forschen, zumal in Chile heute bezeichnenderweise das allerstrengste Abtreibungs-Verbot Lateinamerikas gilt, nicht nur ein Erfolg rigider zölibatärer Prälaten, sondern ein Erfolg dortiger NGOS und Pro Life Leuten … (siehe nachfolgender Link)

Beatrix von Storch und die Chile-Connection

Noch einmal: Auszug aus Wikipedia über Opus Dei:

Seit den 1950er Jahren wurde das Opus Dei eine wichtige Stütze des politischen Systems des Franquismus wobei es die nationalistische Falange verdrängte. In Francos letzten Regierungsjahren gehörten zehn der 19 Kabinettsmitglieder dem Opus Dei an und einige dem Übergangskabinett nach Francos Tod. Starken Aufwind erfuhr das Opus Dei in Chile unter Augusto Pinochet. In diesem Land wird der Organisation ein großer Einfluss auf den Entwurf der Verfassung von 1980 nachgesagt.

Der Sohn des Opus Dei-Mitgliedes Jürgen Liminski (Journalist) wurde gerade zum Chef der NRW-Staatskanzlei ernannt. Er ist ein deutscher Ministerialbeamter und Politiker der CDU, geboren 1985.

kathpedia: Jürgen Liminski

wikipedia: Nathanael Liminski

kathpedia: Nathanael Liminski

Er ist ein Mitstreiter der Tochter Gabriele Kubys: Sophia Kuby. Sophia Kuby studierte an der katholischen Universität Chile Politische Philosophie und Ethik, gemeinsam traten Nathanel Liminski und Sophia Kuby für die „Generation Benedikt“ („Generation Pontifex“) auf und engagierten sich für konservativ-katholische Werte. Heute leitet Sophia Kuby die europäische Lebensrechtsorganisation/-lobby „European Dignity Watch“, der auch Liminski nahesteht.

Sophia Kuby

Der ehemalige „Chefstratege“ Trumps, Bannon, ist das amerikanische Pendant mit dem Dignitas Humanae Institute. Bannon arbeitet ebenfalls als rechtskatholischer Katholik netzwerkartig über das rechtsradikale Internet-Forum „Breitbart“.

Steve Bannon und Dignitatis Humanae

Über Bannons Aktivitäten haben wir hier schon berichtet:

Steve Bannon

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