Wer, wie Kuby, Kugler, Kelle zurück will in eine konservativ katholisch geprägte Familienordnung der Vorkriegszeiten, wird zwangsläufig eine patriarchalische Doppelmoral herbeiführen.

Über die in rechtspopulistischen und konservativen katholischen Netzwerken besonders umtriebigen Ehepaare Kelle und Kugler haben wir hier schon mehrfach berichtet.

Juristin Gudrun Veronika Kugler zog im Oktober 2015 als Politikerin der ÖVP in den Wiener Gemeinderat und Landtag ein. Sie gründete Europa für Christus!, eine Initiative zur Ermutigung von Christen, sowie aus letzterer heraus das Dokumentationsarchiv der Diskriminierung von Christen in Europa mit der Internetplattform www.christianophobia.eu. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun initiierte sie die erste katholische Heiratsplattform kathtreff.org.

wikipedia: Gudrun Kugler

Seit Jahren bewirbt sie ein traditionelles völkisch-katholisches Familienmodell:

„Und dann geht der Ehe etwas ganz Wichtiges verloren, und viele Menschen spüren das – darum ist Gender ein Weltkrieg gegen die Ehe. (…) In der Politik ist Gender heute überall. (…) Ich glaube, dass die Bevölkerung, also viele, viele Menschen, verstanden haben, dass Gender eigentlich nicht dem entspricht, was wir sind. (…) Es braucht auch IHRE Stimme in der großen öffentlichen Diskussion, dass man aufzeigt, wo denn der Kaiser ist, der keine Kleider an hat, dass man die Schweigespirale durchbricht!“

Gudrun Kugler gegen Gender, für ihr völkisch-katholisches Familenmodell

Ehemann Martin Kugler ist der ehemalige Pressesprecher des Opus Die. Während seine Gattin in Wien öffentlich als entschiedene reaktionäre Familienpolitikerin auftritt, konzentriert sich Martin Kugler mehr auf strategische Kontakte zum europäischen Hochadel und zu konservativen Klerikern.

https://confessiones.online/2017/09/22/wie-die-rechtskatholische-landtagsabgeordnete-und-gemeinderaetin-der-oevp-gudrun-kugler-die-fruchtbarkeit-des-deutschsprachigen-raumes-ankurbelt/

Birgit Kelle ist eine antifeministische Publizistin, gemeinsam mit Gabriele Kuby spielt sie die Rolle einer „Rampensau“ auf den Demos für alle, ihre Bücher wiederholen notorisch die Agenda Gabriele Kubys. In Österreich trat sie im Wahlkampf zur Unterstützung Gudrun Kuglers auf.

Wir berichteten mehrfach:

https://confessiones.online/2017/09/21/mit-der-pseudo-demo-fuer-allefreifrau-hedwig-von-beverfoerde-gegen-die-zwangssexualisierung-durch-den-rot-gruenen-bildungsplan-direkt-in-den-rechten-ku/

https://confessiones.online/2017/09/19/spinnennetzwerkler-und-das-opus-dei-wie-konservative-katholische-netzwerke-ein-anderes-politisches-system-etablieren/

Medienunternehmer Klaus Kelle ist seit langem im rechtspopulistischen Bereich umtriebig. Über ihn berichteten wir ebenfalls:

https://confessiones.online/2017/09/27/klaus-kelle-fragt-2015-ob-so-ein-studiogast-gemeint-ist-ein-jugendlicher-oeko-aktivist-eigentlich-dem-entspricht-was-sich-die-erfinder-des-begriffes-grundversorg/

Wir haben uns das eigentlich zweifelhafte „Vergnügen“ bereitet, die (öffentlichen) Facebook-Auftritte der beiden Ehepaare – insbesondere Posts von Bildern und Kommentaren – zu analysieren und sind zu einem wenig erstaunlichen Ergebnis gekommen.

gudrun_kugler_facebook

Während „Familienpolitikerin“ Gudrun Kugler schon mal ihre Kinderschar halbnackt der Facebook-Öffentlichkeit präsentiert, streicht Ehemann Martin seine Beziehungen zum europäischen Hochadel heraus, z.B. zum ehemaligen Ministerpräsidenten und König Bulgariens anlässlich eines Zusammentreffens in Sofia (Eintrag vom 09.06.2017) oder bei einem Empfang bei Fürst Albert von Monaco (Eintrag vom 08.10.2016).

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martin_kugler_facebook_sofia

Das mediale Muster gleicht dem Auftritt anderer rechtspopulistisch und konservativ-katholisch trommelnder „Vorzeige“-Paarungen: Betont werden Nationalstolz, Tradition, Familie und Privateigentum [u.a. aus hochadelig ererbtem Großgrundbesitz].

Die führende AfD-Politikerin Beatrix von Storch entstammt der Familie von Oldenburg, ihr Cousin Paul von Oldenburg vertritt in Brüssel mehrere Organisationen, die der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TTP) nahestehen, diese ultrakonservative Organisation wurde in Brasilien als Gegenbewegung zur Theologie der Befreiung gegründet. Gatte Sven von Storch bemühte sich noch 2005 um den Rückerhalt ehemaliger Adelsgüter.

Andrea Kemper: Klerikal-aristokratische Vernetzung in der „Alternative für Deutschland“ (AfD)

Beatrix von Storchs Cousine Eilika von Oldenburg konnte bereits den potentiellen Thronfolger von Österreich-Ungarn, Georg Habsburg, ehelichen.

Andreas Kemper: Beatrix von Storchs aristokratische Familie

In den Netzwerken werben diese hochadeligen Familien für die Rückkehr zu monarchischen Verfassungen, dementsprechend wirken sie in die AfD, konservative Katholikenkreise und rechtspopulistisch orientierte Medien hinein. Einige Namen verweisen auf Opus Dei-Aktivitäten aus dem verdeckten Hintergrund. (Wir berichteten, s.a. oben eingefügter Link.)

In der Öffentlichkeit zeigen sich diese „Vorzeige-Familien“ gern mit ihrer Kinderschar, um die sich vorzugsweise die moderne engagierte Gattin kümmert, während der Gemahl seinen enormen repräsentativen Verpflichtungen nachkommt und sich um den Bestand dieser heil(ig)en Ordnung kümmert. Beide Partner sind ausgeprägte Lobbyisten in eigener Sache.

Wir kennen das aus den untergegangenen Kaiserreichen Österreich-Ungarn und Deutschland. Die Untertanen waren angehalten, sich dem Willen der fürstlichen Familien – stets „von Gottes Gnaden“ – unterzuordnen. Je mehr Kinder trotz armer Verhältnisse in der Familie des „einfachen Volkes“ lebten, umso arbeits- und strebsamer hatten sie ihre Verhältnisse zu ordnen.

Wir erinnern uns freilich weiterer Aspekte des zwischenmenschlichen Zusammenlebens aus dieser „guten alten Zeit“. Arthur Schnitzler hat sie im Drama „Der Reigen“ (für Wien) und Heinrich Mann in seinen Romanen „Der Untertan“ und „Professor Unrat“ (für Berlin) beschrieben: Zur patriarchalischen Geschlechter-Ordnung dieser Zeit gehörte neben der männlichen Dominanz in der Familie selbstverständlich die Doppelmoral, weshalb die (heimliche) Prostitution glänzend blühte.

Arthur Schnitzler: Der Reigen

Heinrich Mann: Der Untertan

Heinrich Mann: Professor Unrat

Der Sexmarkt im Wien des FIN DE SIÈCLE

Die auf weitere Befreiung des Menschen drängende gesellschaftliche Entwicklung ab den 60er Jahren des 20. Jh. hat sich auch mit dieser traditionellen Doppelmoral auseinandergesetzt, erst die feministische Emanzipation konnte deren Wirkung wirksam eindämmen.

Wer, wie Kuby, Kugler, Kelle zurück will in eine konservativ katholisch geprägte Familienordnung der Vorkriegszeiten, wird zwangsläufig eine patriarchalische Doppelmoral herbeiführen.

Uns hat es daher nicht überrascht, dass wir das traditionelle Männerbild, modern ausgedeutet, im öffentlichen Facebook-Profil des Klaus Kelles wiederfinden konnten.

screenshot_kelle_facebook

Zur Bild-Folge fiel uns nur ein:

Aktiver Unternehmer – Fußballfan – Titten und F** [„Playboy“] – päpstlicher als der Papst.

2 Antworten

  1. Helena sagt:

    So proud!!!!❤

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