Wie sich moderne Anti-Feministinnen zur Rampensau frauenfeindlicher und menschenverachtender Bewegungen machen.

2017_12_28_diana

Kolume von Diana Sonntag

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Völkische Familienideologie aus dem Munde aktueller Bestsellerautorinnen, daran beginnt man sich nun zu gewöhnen, wird ihnen doch schon lange ein Podium geboten, nicht nur in einschlägigen konservativen Foren, sondern wie selbstverständlich auch in gesellschaftspolitischen Diskussionsrunden des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Zunächst gaben sie bloß die christlichen Quoten-Fundamentalistinnen – schließlich: die Ikonen einer neuen anti-feministischen Bewegung. Ihr Zuspruch basiert auf dem Applaus der von Doppelbelastungen gebeutelten und Burnout-geplagten Muttertiere der Nation, sollte man meinen, doch dem ist nicht so. Ihr Zuspruch kommt von ganz anderer Seite, und das hat man deswegen unterschätzt, weil die rechtspopulistischen „Hintermänner“ dieser Aktion sich bis vor kurzem noch im Hinterhof zusammengerottet haben, bis sie mit dem Aufstieg der AfD spätestens in den letzten zwei, drei Jahren erkennbarer nach Außen getreten sind, aus ihren Netzwerken heraus, denen bis dato noch das Image des Versponnenen anhaftete.

Das vermeintlich „Moderne“ an jenen Ikonen des Anti-Feminismus ist, dass sie ihre privaten Verhältnisse, die aus der banalen Tatsache heraus, dass sie ja unwiderlegbar im Heute wurzeln, heute aus dem Heute ins Gestern verschieben wollen. Dieses Gestern verkaufen sie politisch als die Zukunft der Frau, als das gelobte Land einer Rückkehr zu den Werten, zur Ordnung und zur Form, welche die Würde der Frau wieder respektieren – nachdem diese Würde den Frauen von Frauen (wie Simone de Beauvoir und Judith Butler) angeblich genommen wurde, indem das Wesen der Frau, das ist ihrem „modernen“ Verständnis nach: die (biologische und geistige) Mutterschaft, von Philosophinnen, von Lesben und Mannsweibern, intellektuell geschändet wurde. Dieser Schändung liegt ihren pseudo-wissenschaftlichen Untersuchungen nach eine totalitäre linke Ideologie zugrunde: das „Gender-Mainstreaming“, eine Ideologie, die sie meinen hinter den für sie akademisch vollkommen überflüssigen Gender-Studies entlarvt zu haben. Als „echte“ Frauen für „echte“ Frauen bieten sie diesen „modernen“ Ansatz: Sich als das andere Geschlecht endlich wieder relativ, d.i. aus der männlichen Sicht eines überkommenen Chauvinismus, also wesenhaft aus der Unterordnung heraus zu begreifen.

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