Wie die Kommunikationswissenschaftlerin vom RPP Intitut des Wiener Psychiaters Raphael Bonelli das Märchen von ihrer eigenen Diskriminierung in Umlauf bringt – um dann als dessen expandierende Ehefrau und (Opus Dei-)Unternehmerin selig den Sieg über die Freiheit zu feiern.

2017_12_28_diana

Kolume von Diana Sonntag

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Victoria Bonelli ist Mitarbeiterin des Wiener Instituts für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie (RPP Institut), das von ihrem Ehemann Raphael Bonelli geführt wird.

In ihrer 2013 bei kath.net veröffentlichten Kolumne „Hilfe, ich werde diskriminiert!“ behauptet sie, dass ihr in Österreich der Berufswunsch verwehrt bleibe, unter anderem führt sie als politische Beteiligte dieses Vorgangs ihrer Diskriminierung die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek an:

„Sie [Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek] wünscht sich viel mehr Frauen in traditionell besser bezahlten Männerberufen. Sie kritisiert, dass eine Friseurin deutlich weniger verdient als eine Mechanikerin (…) Doch mein Problem ist, ich steh nicht auf Mechanik.“

Es stellt für Victoria Bonelli also bereits eine Diskriminierung dar: Wenn sie nicht auf Mechanik steht – und es eine Frauenministerin trotzdem wagt, das Wort „Mechanikerin“ überhaupt in den Mund zu nehmen.

Dann beschreibt sie ihre ganz eigene Vorstellung vom Berufsleben, d.i. Ehe und Familie, eine Vorstellung, die sie trotz jener Extrembelastung ihrer Diskriminierung hochzuhalten gedenkt. Ehe ist für Victoria Fender-Bonelli ein Zwei-Mann-Betrieb mit zwei Geschäftspartnern, Familie ein Unternehmen mit wachsender Mitarbeiterschar, das expandieren sollte:

„So entwickelte ich langsam einen Traum, ein Unternehmen zu gründen. Darin möchte ich mich selbstverwirklichen. Anfangen möchte ich als Kleinunternehmen, als Zwei-Mann-Betrieb. Den geeigneten Geschäftspartner zu finden ist natürlich eine schwierige Angelegenheit. Ich plane, dass unser Unternehmen expandiert, und das weit über den mitteleuropäischen Standard hinaus. Ich wünsche mir eine wachsende Mitarbeiterschar, mit der ich viel persönlich in Kontakt sein möchte.“

Dieses (Opus Dei-)Unternehmen aber, das beeilt sich Victoria Fender-Bonelli gleich unmissverständlich herauszustellen, ist absolut nichts für Ungebildete und Leute, die sich ums Geld sorgen müssen:

„Ist ihr Studium verschwendete Zeit gewesen? Auf keinen Fall! Ihre Kinder profitieren davon, dass sie ihr Studium diszipliniert und fleißig absolviert hat. Sie werden von einer gebildeten Frau großgezogen, die auch Zeit und Nerven hat, ihre Kinder zu fördern, da sie sich nicht ums Geldverdienen sorgen muss. Denn sie hat das Glück, einen Mann gefunden zu haben, der die Familie alleine erhalten kann (…).“

Victoria Fender-Bonelli beschreibt ihre vermeintliche Diskriminierung als Übergriffigkeit gegen ihre Person so:

„Eine alte Dame ging mich kürzlich entsetzt an >Nur Hausfrau?? Das kannst du nicht machen! Damit bist Du völlig vom Mann abhängig! (…)< Mich hat ihre Übergriffigkeit nachdenklich gemacht (…)“

Dann bestätigt sie in ideologischer Manier eine anti-feministische und rechtspopulistische Überzeugung, dass die wahre weibliche Selbstverwirklichung nur durch einen wohlhabenden Ehemann gewährleistet werden könne und dass die Selbstständigkeit der Frau zu ihrer Vereinsamung führe:

„Eigentlich will ich ja Beziehung, nicht Unabhängigkeit; Vertrauen, nicht einsame Sicherheit (…) Auf >egozentrische Frauenrechte< auf Kosten der Liebe, Ehe und Familie kann ich echt verzichten.“

Sie beklagt, wie sie von berufstätigen, geschiedenen, kinderlosen 68er-Frauen ihren eigenen Angaben nach bedroht und diskriminiert werde:

„Unterschwellig aggressive Fragen wie >Wann gehst du eigentlich wieder arbeiten?< (…) kommen vorzugsweise von älteren Frauen, oft geschieden mit null bis einem Kind.“

„Mir scheint, für das Gebot der Stunde der modernen Frau des 21. Jahrhunderts fehlt es den 68ern aufgrund ihrer Ideologie an geistiger Flexibilität.“

kath.net 2013 Victoria Fender (Bonelli)

Mit ihrer Folgekolumne von 2016 bei kath.net (inzwischen expandierende Unternehmerin, d. i. fruchtbar verheiratet mit dem Geschäfts(führer)partner Psychiater Raphael Bonelli, ihrem Vorgesetzten beim RPP Institut Wien) „Im Austausch mit Gott beim Kochen … Gebetsleben einer Hausfrau und Mutter“ hat die selige Gründerin Victoria Bonelli ihr (Opus Dei-)Unternehmen und ihr („Berufs“-)Leben als völkisch-katholische Hausfrau und Mutter nun offiziell in den Bereich des Göttlichen erhoben:

„Wie schön ist es, dass der allerbeste, heiligste Mensch auf Erden eine Hausfrau war! Sie ist mein großes Vorbild … sie war sicher gewissenhaft, fleißig und selbstvergessen, ist ganz im Dienen aufgegangen. Ich verstehe jetzt, wie schön es ist, ganz für andere da zu sein, obwohl immer wieder die Versuchung aufkommt, sich selbst zum Zentrum des Lebens zu machen. Maria hat in ihrer täglichen Arbeit Gott verherrlicht, mit demütiger Arbeit, mit der man meist nicht prahlen kann. Wie gut tut das der stolzen Seele!“

kath.net 2016 Victoria Bonelli (Fender)

SANTO SUBITO! Die neuro-wissenschaftlichen (Zucht-)Forschungen Raphael Bonellis haben ihren „Höhepunkt“ erreicht.

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