Wie Gudrun Kugler auf Instagram ihre eigenen Kinder in schädigender Weise öffentlich präsentiert, im Widerspruch zu „Grundprinzipien bei der Erziehung“, die sie als politisches Steckenpferd täuschend echt verkauft. Ein Beispiel kindeswohlgefährdender-halbseidener Doppelmoral in rechtskatholischen Kreisen, deren Opfer oft Kinder und Jugendliche sind.

Zu den Nationalratswahlen in Österreich am 15. Oktober 2017 kandidiert in Wien auf einer „Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei“ für eine Vorzugsstimme im Regionalwahlkreis auf Platz 1 die Theologin und Juristin Dr. Gudrun Kugler, seit Oktober 1015 bereits als Politikerin der ÖVP im Wiener Gemeinderat und Landtag. Auf ihrer Website gudrunkugler.at bewirbt die konservative Katholikin ihre Kandidatur gegenwärtig an zentraler Stelle der Startseite.

Sebastian Kurz war zuletzt Außenminister Österreichs und hat inzwischen die ÖVP buchstäblich übernommen, seine „neue Volkspartei“ ist aus einem bereits garantierten Vetorecht in der ÖVP gegen Kandidatenlisten auf Bundesebene entstanden.

„Der Parteivorstand der ÖVP bestimmte Kurz daraufhin am 14. Mai zum designierten Bundesparteiobmann. Die Nachfolge Mitterlehners auch in der Funktion des Vizekanzlers anzutreten lehnte er ab. Im Vorfeld der Bestellung zum Parteiobmann stellte er dem Bundesvorstand der ÖVP sieben Bedingungen, die allerdings bereits teilweise vor seiner Bestellung beschlossen und einige schon statutarisch verankert worden waren. Informell vereinbarte Neuerungen sind innerhalb der ÖVP ein verlangtes Vetorecht des ÖVP-Obmanns gegen Kandidatenlisten auf Bundesebene der Landesorganisationen und die alleinige Entscheidungsbefugnis über die Erstellung der Bundesliste. Der Falter berichtete, dass Kurz bereits vor der Übernahme der Partei bei Industriellen ,vorgefühlt‘ habe, ob diese seine Wahlkampagne finanziell unterstützen würden. Es wären bereits mehrere Millionen Euro informell zugesagt worden.“ (Wikipedia über Sebastian Kurz)

Wikipedia: Sebastian Kurz

Die „neue Volkspartei“ beschreibt in ihrem Onlineauftritt ihre „neuen Stil“ in folgenden Sätzen:

„Zur Sache

Eine Politik, die näher an der Sache ist, ist auch näher an der Bürgerin und am Bürger. Wir wollen mit unseren Inhalten überzeugen und einen sachlichen Stil prägen, in dem Angriffe nicht durch Gegenangriffe, sondern mit Argumenten erwidert werden. Sachorientierung in der Politik bedeutet für uns auch, vermeintliche „Tabu“-Themen klar und offen anzusprechen. Dazu zählen etwa die Folgen von unkontrollierter Migration für Sicherheit und Sozialstaat in Österreich. Wir bekennen uns zu einer Politik, die Wahrheiten ausspricht und auf dieser Basis Probleme richtig löst.

In die Breite

Wir wollen die Idee der Volkspartei als breite gesellschaftliche Bewegung weiterentwickeln. Die Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei wird daher nicht nur von vielen engagierten Menschen in der Volkspartei getragen, sondern auch von vielen Persönlichkeiten außerhalb der Partei, die mit uns etwas Neues für Österreich schaffen wollen. Vor diesem Hintergrund binden wir Menschen aus der Praxis sowie Fachleute ein, um gemeinsam ein breites Programm zur positiven Weiterentwicklung Österreichs vorzulegen.“

ÖVP – Neuer Stil

„Für christliche Werte in der Politik“ wird die kathTreff-Gründerin Gudrun Kugler im Wahlkreis Wien Nord als VP-Spitzenkandidatin antreten.

Gudrun Kugler Nationalratswahl

Wer ist diese Gudrun Kugler, über die wir hier schon mehrfach berichtet haben? Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Martin Kugler, dem ehemaligen Pressesprecher des Opus Dei, das erste katholische Heiratsportal Kathtreff.org gegründet, hat sich in der Lebensrechtsbewegung und für Kirche in Not mit fundamentalistischem Profil engagiert. Ihren Wahlkampf vor Einzug in den Gemeinderat und Landtag (im Oktober 2015) hat u.a. Birgit Kelle unterstützt. Birgit Kelle wiederum ist in Deutschland bereits als Rednerin auf Veranstaltungen der Initiative Demo für alle aufgetreten, schreibt für kath.net und die Junge Freiheit, hat 2013 den Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten 2013 der Förderstiftung konservative Bildung und in 2017 den Stiftungspreis der Offensive Junger Christen erhalten. Die Initiative Demo für alle verbindet Gabriele Kuby, u.a. auch Kirche in Not, mit Hedwig von Bevervoerde und der deutschen AfD-Politikerin Beatrix von Storch in einem Netzwerk österreichischer und deutscher konservativer Katholiken und Rechtspopulisten (bis hin zu Rechtsextremen). Wie sich dieses Netzwerk personell aufgestellt hat, lässt sich in einem Kurzüberblick unserem Glossarium entnehmen.

https://confessiones.online/glossarium/

Über den Ehemann Gudrun Kuglers, Martin Kugler, haben wir dort zusammengefasst:

Martin Kugler (Historiker, Ehemann Gudrun Veronika Kuglers) → Opus Dei (eh. Pressesprecher) → Studenten helfen LateinamerikaKathtreff.org (erstes katholisches Heiratsportal), siehe auch: Salzburger Weihbischof Andreas Laun und Wiener Erzbischof und Kardinal Christoph Schönbornparkatt.hu (Katholische Singles in Ungarn) → katSus.org (Katholische Singles in Kroatien) → christianophobia.eu („Dokumentationsarchiv der Diskriminierung von Christen in Europa“) → Kairos-Consulting (mit Ehefrau Gudrun Veronika Kugler, → dort: Projekte) → European Dignity Watch, siehe auch: Sophia Kubyvatican-magazin.de (Unterstützung der österreichischen PR-Kampagne) → europe4christ.net (Europa für Christen) → Päpstliche Hochschule Heiligenkreuz (Hochschule „Papst Benedikt XVI“)

Gudrun Kugler stellt sich in der Öffentlichkeit gern als überzeugte katholische Mutter dar, die in hoher Wertorientierung das „Abenteuer Elternschaft“ mit „Grundprinzipien der Erziehung“ vorlebt. Gern zeigt sie sich auf Bildern mit ihrem (Opus Dei-)Gatten und den Kindern. In einer Online-Veröffentlichung beschreibt sie ihre erwünschte Ausstrahlung wie folgt:

„Warum haben wir Kinder? Was ist unsere erste Absicht? Altersvorsorge? Sinnsuche? Oder finden wir Babies einfach herzig? Nein! Unsere erste Absicht ist das Wohl unserer Kinder! Wir wollen sie glücklich machen. Elternschaft ist ein Dienen. Hier liegt der Unterschied zwischen Autorität und Macht: Macht verfügt über ein Eigentum – Autorität ist ein Dienen, selbst wenn dabei ein Machtwort gesprochen werden muss.

Zeit, Liebe, Aufmerksamkeit schaffen moralische Autorität, der man oft auch ohne Zwang gehorcht. Glück empfängt man, man kann es sich nicht nehmen: Man findet das Glück nur, wenn man es nicht sucht. […]

Ein böses Sprichwort sagt: „Es ist sinnlos, die Kinder zu erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“ Schwester Elvira, Gründerin des Cenacolo, sagte: „In der Erziehung gibt es drei Regeln: Vorbild sein, Vorbild sein, Vorbild sein.“ Mehr als durch unsere Worte erziehen wir durch all das, was wir selbst sind und tun.“

Meine Familie – Grundprinzipien der Erziehung

Erst kürzlich erklärten wir hier in einem Beitrag die unvermeidliche politisch-gesellschaftliche Wiederauferstehung der Doppelmoral als notwendige Folge der Wiedereinführung eines völkisch-katholischen Familienmodells nach den Vorstellungen Gudrun Kuglers:

https://confessiones.online/2017/09/28/wer-wie-kuby-kugler-kelle-zurueck-will-in-eine-konservativ-katholisch-gepraegte-familienordnung-der-vorkriegszeiten-wird-zwangslaeufig-die-fruehere-patriarchalische-doppelmoral-herbeifuehren-woll/

Allzu verwundert waren wir daher nicht, als wir im öffentlichen Instagram-Account gudrunkugler ein am 19. Dezember 2016 präsentiertes Foto ihrer Kinder fanden, welches an moralischer Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten ist. Niemand Anständiges, der selbst Kinder hat, käme jemals auf die perverse Idee, seine Kinder halbnackt und in gewaltverherrlichender Pose (mit unterschwelliger Anspielung auf sado-masochistische Praktiken) öffentlich anzubieten.

Man muss als Mutter moralisch schon sehr abgestumpft sein, um ein solches öffentlich präsentiertes Bild zusätzlich noch süffisant mit den in diesem Zusammenhang abartigen Bemerkungen zu versehen: „Peer education“ sowie Hashtags: #myhusbandsgenes #almostreadyforbed #fridaynight #ohdear

kugler_kinder_confess

Hinweis: Wir haben das kindeswohlgefährdende Foto, das im Original die Kinder klar erkennbar präsentiert, mehrfach verfremdet, damit die Kinder nicht mehr identifiziert werden können, besitzen jedoch mehrere notariell besiegelte Downloads aus Gudrun Kuglers Instagram-Account.

Just heute, am 05.10.2017, hat Birgit Kelle, eine enge Wegbereiterin und PR-Beleitung Gudrun Kuglers im Wahlkampf, ein Statement des CDU-Kanzleramtsministers Peter Altmaier auf dem rechtslastigen österreichischen Internet-Portal kath.net so kommentiert:

Birgit Kelle antwortet auf ein Statement des Kanzleramtsministers Peter Altmaier: „Niemandem in Deutschland geht es schlechter, weil wir Schutzbedürftigen helfen. Durch solche Debatten kam Wasser auf die Mühlen der AfD.“

Nun, Herr Altmaier, das ist falsch. Möglicherweise geht es all jenen, die in der Seifenblase von Berlin-Mitte in einem Dienstwagen herumfahren, nicht schlechter. Aber es lohnt sich immer wieder zu wiederholen: Das, was uns die ganze Nummer kosten wird, bezahlen wir. Wir alle zusammen. Es ist nämlich gar nicht das Geld der Regierung, sondern unseres. So gesehen leistet jeder einzelne Bürger dieses Landes, sogar der AfD-Wähler übrigens, bereits Flüchtlingshilfe abseits all der zusätzlichen Spenden und ehrenamtlichen Hilfen, die Tausende noch zusätzlich bis heute täglich erbringen. Mit unseren Steuern bezahlen wir das täglich. Und zwar nicht nur die tägliche Unterbringung, das Essen und die Kleidung, sondern auch die Krankenkassenleistungen, die Beschulung, die Deutschkurse, die Verbrechensbekämpfung, die hunderttausenden von Asylverfahren, die Rechtshilfe, die erfolglosen Abschiebeversuche, die erfolgreichen Abschiebungen, den Familiennachzug, den zusätzlichen Grenzschutz, die täglichen Polizeieinsätze und die Verwaltung dieses ganzen Chaos. Und diese Milliarden, ja Milliarden, fehlen dafür an anderer Stelle.

Gar nicht erst anfangen möchte ich davon, dass die Frage, ob es einem schlechter geht sich nicht nur finanziell messen lässt, sondern die tägliche Veränderung im Alltag, gerade auch im Sicherheitsgefühl von Frauen für mich und meine Töchter jedenfalls ein unbezahlbares Gut wäre. Oder darf ich Ihnen persönlich zumindest die Taxi-Quittungen schicken, weil auch ich jetzt nicht mehr wie früher Bahn fahren kann zu manchen Zeiten, geschweige denn meine 18-Jährige und ihre Freundinnen? Offensichtlich muss man immer wieder daran erinnern.

Und deswegen, bei allem Respekt: Genau solche Sprüche und die Ignoranz gegenüber all jenen, die seit zwei Jahren darauf hinweisen, dass es zumindest mal anständig gewesen wäre, erst darüber zu diskutieren, ob wir das alles zahlen wollen und zwar wie viel, für wen genau, für wie viele, wie lange und unter welchen Bedingungen, also genaugenommen die Verweigerung einer anständigen, demokratischen Debatte auch durch die CDU, hat zum Aufstieg der AfD geführt.

Herzliche Parteigrüße, Birgit Kelle. CDU-Mitglied. Immer noch.“

kath.net: Kelle, Kugler und die AfD

Die Entwicklung in Österreich – mit der Übernahme der ÖVP durch Sebastian Kurz bis hin zur „Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei“ – kann als politisches Vorbild und Muster für die strategischen Pläne rechtpopulistischer und rechtskatholischer Kräfte zu einer „Machtübernahme“ auch in Deutschland gelten. Ein Gauland (AfD), eine Beatrix von Storch (AfD), eine Gabriele Kuby (Demo für alle usw.) oder eine Gloria von Thurn und Taxis (mit CSU-Kontakten) arbeiten schon lange gezielt an einer solchen „Systemveränderung“.

Stoppt diese Lügner und Wahlbetrüger JETZT.

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