Papst Franziskus‘ Willkommenskultur: wider die Wiener Tea-Party um Gudrun Kugler und Sebastian Kurz! – Kurz‘ unchristliche „Weihnachtsbotschaft“ im orbánisierten Österreich: ÖVP (FPÖ) verlangt migrationsfeindliche EU-Flüchtlingspolitik.

 

Während am gestrigen Heiligabend Papst Franziskus alle Christen eindringlich mahnte, die Willkommenskultur nicht aufzugeben, sondern zu stärken, weil auch Maria und Josef einst Geflüchtete gewesen seien, ließ Österreichs ÖVP-Kanzler Kurz gezielt direkt zum Weihnachtstag eine entlarvende unchristliche migrationsfeindliche Erklärung ausgerechnet in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ im deutschsprachigen Raum verbreiten.

Schon in den Tagen vor Weihnachten hatten sich Rechtskatholiken mit Meldungen über die bereits eingeleitete reale Politik der rechten Koalitionsregierung wie „Österreich wird ab 2018 für Migranten uninteressant“ (Kath.net) in ihre eigene Adventsstimmung gebracht: Nicht im friedlichen Geiste der Botschaft Christi, nicht für alle Menschen dieser Welt, sondern im vom vulgären Hass auf alles Fremde erfüllten Wunsch, einen Kampf der Kulturen g e g e n einander zu beschleunigen. Im Krieg gegen Muslime, Gender und vom Freiheitswillen vorgeblich zerfressene westliche Gesellschaften fühlen sich der US-Breitbart-Chefideologe Bannon, die Soziologin Gabriele Kuby u.a. ja schon lange. Das friedliche Weihnachtsfest ist für rechte politische Kräfte daher lediglich ein Ansporn, ihre Hass-Predigten zu wiederholen und dabei allen Christen zu predigen, dass sie vielmehr die Spaltung der Katholischen Kirche (gegen die Öffnung unter Papst Franziskus) und Europas Orbánisierung (gegen die Ideen von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“) wollen – nicht einen durch die Weihnachtsbotschaft geläuterten Verzicht auf ihren „Krieg“.

Wir berichteten über diese Spaltungsstartegien der Rechtskatholiken und Rechtspopulisten schon mehrfach (siehe Links am Ende dieses Artikels.)

Lesen Sie selbst, wie sich dieser Prozess über die Weihnachtstage darstellt:

Papst Franziskus ruft in der Christmette an Heiligabend zur Stärkung der Willkommenskultur auf

Papst Franziskus hat bei der Christmette an Heiligabend dazu aufgerufen, Verfolgte und Vertriebene mit offenen Armen aufzunehmen. Er warb offen für eine Willkommenskultur.

Weihnachten müsse die Menschen aus ihrer Gleichgültigkeit aufwecken und die Augen für das Leid der Menschen öffnen, sagte er am Sonntagabend im Petersdom. Auch heute gebe es „Millionen Menschen, die nicht freiwillig gehen, sondern gezwungen sind, sich von ihren Lieben zu trennen, weil sie aus ihrem Land vertrieben werden“, so Franziskus.

Der Grund zur Flucht sei heute oft einzig und allein die Hoffnung zu überleben, betonte der Papst. Es gehe darum, „die aktuellen Nachfolger des Herodes zu überleben, die zur Durchsetzung ihrer Macht und zur Mehrung ihrer Reichtümer nicht davor zurückschrecken, unschuldiges Blut zu vergießen“. Franziskus warb stattdessen für Nächstenliebe: Weihnachten sei der Zeitpunkt, um „die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe zu verwandeln“.

Der Papst rief die Christen auf, „inmitten von Spannungen und Konflikten“ Gastfreundschaft zu fördern. Auch Maria und Josef seien damals gezwungen gewesen, ihre Heimat zu verlassen. Zu Weihnachten wandte sich Franziskus ausdrücklich gegen Misstrauen gegenüber Fremden sowie Menschen am Rande der Gesellschaft. Gerade ihnen habe der Engel die Frohe Botschaft der Geburt Jesu verkündet. (Quelle: welt.de vom 25.12.2017, s.u.)
In dieser Quelle finden Sie auch die offizielle deutsche Übersetzung der Predigt von Papst Franziskus:

https://www.welt.de/kultur/article171892109/Papst-Franziskus-ruft-bei-Christmette-zu-Mitgefuehl-fuer-Fluechtlinge-auf.html

Auf den Facebook-Accounts der Wiener ÖVP-Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler und ihres Gatten Martin Kugler, des ehemaligen Opus Dei-Pressesprecher in Österreich, die sich selbsternannt als christliche Menschenrechtsexperten produzieren, findet sich von jener Predigt des amtierenden Papstes Franziskus (noch) k e i n Wort.

Unchristliche „Weihnachtsbotschaft“ des neuen Kanzlers im orbánisierten Österreich: Kurz verlangt migrationsfeindliche EU-Flüchtlingspolitik

Österreichs neuer Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert einen Kurswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik: Die Verteilung von Migranten in der EU nach festen Quoten sei ein Irrweg. „Staaten zur Aufnahme von Flüchtlingen zu zwingen, bringt Europa nicht weiter“, sagte der 31-jährige konservative Politiker der „Bild am Sonntag“.

„Wenn wir diesen Weg fortsetzen, spalten wir die Europäische Union nur noch weiter“, sagte Kurz. Die Mitgliedstaaten sollten selbst entscheiden, ob und wie viele Menschen sie aufnehmen.

(Quellen: stardard.at, sueddeutsche.de u.a. vom 24.12.2017)

http://derstandard.at/2000070970935/Kurz-Staaten-sollen-allein-ueber-Aufnahme-entscheiden

http://www.sueddeutsche.de/news/politik/migration-kurz-verteilung-von-migranten-nach-festen-quoten-ist-irrweg-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-171224-99-399019

Auf ihrem Gipfeltreffen Mitte Dezember hatten die EU-Regierungen keine Annäherung im festgefahrenen Streit über die Migrationspolitik erreicht. Polen und Tschechien wollen trotz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs das beschlossene Quotensystem für die Flüchtlingsverteilung nicht umsetzen. Der aus Polen stammende EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte für Empörung gesorgt, weil er das Quotensystem infrage stellte. Jüngst sprach sich auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dagegen aus. Avramopoulos betonte hingegen: „Solidarität kann es nicht à la carte geben.“ Sie könne nicht freiwillig sein und sei nicht verhandelbar. „Wir können nicht ein Land oder eine Handvoll Länder damit alleine lassen, eine künftige Krise zu bewältigen“, sagte der EU-Kommissar. Derzeit kommen die meisten Migranten und Flüchtlinge über Italien in die EU.
(Quelle: standart.at vom 25.12.2017, s.u.)

http://derstandard.at/2000071000124/EU-Kommissar-verlangt-Solidaritaet-bei-Fluechtlingsverteilung

Rechtskatholische Begeisterung für den migrationsfeindlichen Kurs der ÖVP-FPÖ-Regierung!

Österreich wird ab 2018 für Migranten uninteressant

Die neue ÖVP-FPÖ-Regierung unter Sebastian Kurz möchte die Zahl der Asylanten in Österreich massiv reduzieren. Dies geht aus dem Regierungsprogramm hervor, welches am Samstag vorgestellt wurde. Wer in Zukunft sich in Österreich um Asyl bewirbt, muss bei der Antragsstellung das gesamte Bargeld abgeben. Die Beiträge sollen ein Beitrag zur Deckung der Grundversorgung sein. Außerdem werden in Zukunft die Handys überprüft werden, um Identitäten und Reiserouten zu überprüfen. Während des Asylverfahrens sollen Asylsuchende auch kein Bargeld mehr bekommen, sondern nur mehr Sachleistungen.

Die Liste sicherer Herkunftsstaaten soll erweitert werden. Das Asylverfahren soll zusätzlich beschleunigt werden. Laut Regierungsprogramm soll außerdem die ärztliche Verschwiegenheitspflicht aufgehoben werden, wenn die Erkrankung eines Asylsuchenden „grundversorgungsrelevant“ ist.

(Quelle: kath.net vom 18.12.2017)

http://www.kath.net/news/62089

Einfluss auf die CSU in Deutschland!

CSU-Landesgruppe lädt Sebastian Kurz und Viktor Orbán zur traditionellen Neujahrsklausur

Am 7. Januar starten in Berlin die Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD in Berlin, in den Tagen zuvor kommt die CSU-Landesgruppe im oberbayerischen Seeon zu ihrer traditionellen Neujahrsklausur zusammen. Dabei soll es auch um die christsoziale Strategie für die Sondierungen mit den Sozialdemokraten gehen.

Zwei in Seeon erwartete Gäste dürften die Stimmung in den Gesprächen mit der SPD allerdings nicht verbessern: Nach Informationen des „Münchner Merkur“ hat die Landesgruppe den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán und den neuen österreichischen Kanzler Sebastian Kurz eingeladen. (Quelle: Spiegel online vom 21.12.2017, s.u.)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/csu-treffen-in-seeon-spd-kritisiert-einladungen-an-orban-und-kurz-a-1184540.html

Wir berichteten über diese Spaltungsstartegien der Rechtskatholiken und Rechtspopulisten schon mehrfach:

https://confessiones.online/2017/12/18/wie-kuglers-und-hartl-ein-politisches-christentum-anstelle-des-evangeliums-etablieren-wollen-und-von-ganz-oben-kurz-absegnen-lassen/

https://confessiones.online/2017/11/24/wie-das-dirty-campaigning-der-neuen-katholischen-rechten-von-gudrun-kugler-am-laufen-gehalten-wird-einblicke-in-ihre-sektiererischen-pr-strategien/

https://confessiones.online/2017/10/26/opus-dei-netzwerke-in-oesterreich-erreichen-direkten-einfluss-auf-die-kuenftige-regierung/

Aktueller Nachtrag vom 25.12.2017, 18 Uhr:

Am nachfolgend dokumentierten Hasspost zu unserem Facebook-Hinweis auf obigen Text lässt sich ablesen, wie Bürger radikalisiert werden von rechts:

„Der Papst ist doch nicht mehr ganz bei Sinnen, es ist ihm wohl immer nicht ganz klar das diese „Flüchtlinge“ nichts anderes als Invasoren sind. Migranten, die wir gezwungen werden durch zufüttern!“

In Deutschland kamen in 2017 mit Abstand die meisten Asylbewerber aus Kriegsgebieten: aus Syrien 41.055, aus dem Irak 18.363 und aus Afghanistan 14.442 Geflüchtete. Den Menschenrechten und allen internationalen Vereinbarungen zum Asylrecht entsprechend haben sie ein Anrecht, sich ggf. als Asylanten hier anerkennen zu lassen.
Die Geschäftsführerin eines Kindermode-Unternehmens aus Österreich hetzt dagegen über „Invasoren“ und verachtet sowohl die Menschenrechte als auch Papst Franziskus.
[Wir haben Namen und Foto aus dem Screenshot anonymisiert.]
2017_12_25_kommentar

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