Studien aus Deutschland belegen: Je offener und toleranter Menschen gegenüber anderen Kulturen sind, desto zufriedener sind sie auch.

Nach einer repräsentativen Umfrage im Frühsommer 2017 mit fast 5.700 Teilnehmern aus allen Bundesländern Deutschlands, in einer Studie als „Deutsche Post Glücksatlas“ veröffentlicht [unter diesem Namen im siebten Jahr in Folge] , leben die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg am glücklichsten. Schleswig-Holstein kam zum fünften Mal nacheinander auf Platz eins.

Dabei habe sich gezeigt, dass die Menschen umso zufriedener seien, je mehr sie sich für soziale und ökologische Belange einsetzten. Zusammengestellt wurde der Glücksatlas vom Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg. (Quelle: welt.de vom 7.11.2017, s.u.)

https://www.welt.de/wirtschaft/article170394217/Hier-leben-die-gluecklichsten-Deutschen.html

Toleranz und kulturelle Offenheit haben einen entscheidenden Einfluss auf das Glücksempfinden.
In Schleswig-Holstein und Hamburg leben die glücklichsten Menschen.

Eine Auswertung der Studie im Jahr 2016, als im Vorjahr (2015) besonders viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen waren (s.u.), kam zu einem bemerkenswerten Ergebnis:

»Je offener und toleranter gegenüber anderen Kulturen Menschen sind, desto zufriedener sind sie auch. Entscheidend ist dabei, dass ein persönlicher Kontakt mit Menschen aus fremden Kulturen besteht.

So gaben 38 Prozent der Befragten, die sich als „besonders tolerant“ bezeichneten, auf der Glücksskala die Zufriedenheitswerte von neun oder zehn Punkten an – die beiden höchsten Werte. In der Gruppe der „wenig Toleranten“ nannten lediglich 16 Prozent diese Zufriedenheitswerte.« (Quelle: huffingtonpost.de vom 18.10.2016)

Umgekehrt ergaben sich die niedrigsten Zufriedenheitswerte in ostdeutschen Bundesländern, die nach dem Königssteiner Schlüssel weniger Flüchtlinge aufnehmen müssen als westdeutsche.

http://www.huffingtonpost.de/2016/10/18/gluecksatlas-fluechtlinge-bundeslaender-toleranz-fremdenhass_n_12537056.htm

Viele Menschen in Schleswig-Holstein fühlen sich durch Flüchtlinge bereichert. (Quelle: aktuellste Studie der Landespolizei)

Im Ergebnis einer am 15.01.2018 vom Innenminister Schleswig-Holsteins, Hans-Joachim Grote (CDU), vorgestellten Studie der Landespolizei Schleswig-Holstein treibt Angst vor Flüchtlingen „nur einen geringen Teil der Bevölkerung um. 81 Prozent gaben an, überhaupt nicht viele Flüchtlinge wahrzunehmen. Nur 9,7 Prozent fühlen sich eher und 2,5 Prozent sehr bedroht. 75,2 Prozent fühlen sich durch Flüchtlinge bereichert“ (Quelle: „Lübecker Nachrichten“ vom 16.01.2018, Titelseite)

2017: Rückgang der Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein (wie in Deutschland insgesamt)

Während im Jahr 2015 noch 35.000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kamen, waren es in 2016 nur noch 10.000; deutschlandweit kamen 2017 187.000 Flüchtlinge nach Deutschland, fast 100.000 weniger als im Vorjahr. In Schleswig-Holstein kamen die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Irak, Jemen und dem Iran. Nur 275 Personen kamen aus einem sicheren Herkunftsland in den Norden Deutschlands. (Quelle: „Lübecker Nachrichten“ vom 17.01.2018, Titelseite)

Den aktuellen monatlichen Bericht über die Zuwanderung in Schleswig-Holstein mit einigen aussagekräftigen Statistiken und Grafiken finden Sie hier:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/F/fluechtlingeSH/Downloads/zuwanderungsbericht/2017_November_Zuwanderungsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Rechtspopulisten im Kulturkampf schüren fremdfeindliche Ängste mit dem erklärten Ziel, Menschen- und Grundrechte einzuschränken oder abzuschaffen.

Neu ist die Erkenntnis nicht, dass besonders in denjenigen Bundesländern Deutschlands, in welchen die AfD mit Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, mit Bedienung des Antisemitismus und mit Rassismus, ihre besten Wahlergebnisse bei der jüngsten Bundestagswahl erzielen konnte, der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung am niedrigsten ist: In allen Regionen der neuen Bundesländern liegt er fast ausnahmslos bei unter 4 Prozent. In der norddeutschen Metropole Hamburg liegt er dagegen bei über 13,5 Prozent. (Dort u.a. leben zur Zeit die glücklichsten Menschen Deutschlands. Im Sprachduktus der Rechtspopulisten hieße es richtig: Unsere Heimat bleibt weltoffen!) Eine Karte des statistischen Bundesamtes verschafft einen schnellen Überblick über alle Regionen in Deutschland:

Sollte die interaktive Karte nicht vollständig dargestellt werden, sehen Sie bitte die Originalquelle hier ein:

https://service.destatis.de/DE/karten/migration_integration_regionen.html

Vertiefende Statistiken über Schutzsuchende, Empfänger von Asylbewerberleistungen und den Migrationsanteil in Deutschland finden Sie u.a. hier:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/_Querschnitt/Fluechtlinge/Fluechtlinge.html

https://www.proasyl.de/thema/fakten-zahlen-argumente/

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlingspolitik-in-zahlen-gibt-es-fortschritt-a-1164342.html

Die systematische Hetze der Rechtspopulisten, v.a. in Österreich und Süddeutschland auch vernetzter Rechtskatholiken, gründet sich weder auf Daten noch auf reale Stimmungen in der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung, sie ist Teil eines seit Jahren zielstrebig angezettelten Kulturkampfes. Wir berichteten mehrfach:

https://confessiones.online/2017/12/02/nach-gaulands-coup-auf-dem-afd-parteitag-in-hannover-und-vor-bedrohlichem-erfolg-einer-oevp-fpoe-regierungsbildung-in-oesterreich-rechtspopulistischer-kulturkampf-fuer-gleichgeschaltete-iden/

Deutschland zählt mit Stand Ende 2016 zu den zehn Ländern mit den meist aufgenommenen Flüchtlingen weltweit, die Willkommen-Kultur in diesem Land wurde immer wieder gelobt und hat dem internationalen Ansehen gut getan.

2018_01_19_flüchtlinge_herkunfstländer_statistik_bearbeitet

Weltoffenes Deutschland – ein Beispiel aus Hamburg/ Schleswig-Holstein

Der Autor dieses Textes hat Anfang 2015 in Norderstedt, einer Großstadt Schleswig-Holsteins direkt am nördlichen Stadtrand Hamburgs, das Netzwerkbündnis „Norderstedt ist weltoffen“ initiiert, wodurch insbesondere die intensive praktische Unterstützung des „Willkommen-Teams“ am Ort für ankommende Flüchtlinge gestärkt werden konnte.

Auf einer Kundgebung trat u.a. der damalige Oberbürgermeister Norderstedts, Hans-Joachim Grote (CDU), auf, der in seiner heutigen Funktion als Innenminister in Schleswig-Holstein im Januar 2018 oben zitierte Studien vorgestellt hat. Eine Resolution als Grundlage dieses Netzwerkbündnisses war im kommunalen Parlament einstimmig (!) verabschiedet worden, so dass die Stadt Norderstedt offiziell Teil des Netzwerkes werden konnte. Die Willkommen-Kultur ist also breit getragen in dieser Region. Auszüge aus der Rede des Netzwerk-Initiators:

Wir stehen hier gemeinsam

  • für Toleranz gegenüber jeweils anderen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen
  • für friedvollen Respekt im Austausch von Kulturen
  • für ein herzliches Willkommen von Flüchtlingen und Migranten
  • für die unteilbare Wahrung der Menschenrechte und der Würde jedes einzelnes Menschen in allen Staaten und Regionen unserer Erde
  • für Freiheit …
  • für gelebte Demokratie im sachlichen und respektvollen Streit um beste politische Entscheidungen.

Und wir stehen hier ebenso

  • gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
  • gegen Islamfeindlichkeit, gegen Antisemitismus und gegen rechtspopulistische Zielsetzungen in unserer Gesellschaft.

Wir tolerieren keine Form von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus!

Selbstverständlich stehen wir hier ebenso

  • gegen terroristische Kräfte, die durch mörderische Anschläge und Massaker Demokratien und ganze Gesellschaften erpressen wollen.

Wir lassen uns nicht erpressen und werden Menschenrechte, Freiheit und Demokratie entschieden verteidigen!

[…] Das Willkommen der Asylbewerber wie auch aller Migranten wird letztlich von der Zivilgesellschaft entschieden – durch unser aller Engagement, durch unsere Signale an die Politik, durch unsere Zusammenarbeit mit der Politik und den Verantwortlichen der Stadt Norderstedt.

Weitere Presse-Informationen über dieses Netzwerk-Bündnis finden Sie u.a. hier:

https://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article138230909/Ganz-Norderstedt-setzt-ein-Signal-fuer-die-Weltoffenheit.html

http://www.infoarchiv-norderstedt.org/artikel/die-tur-zum-tor/

http://www.infoarchiv.org/artikel/norderstedt-gelungenes-interkulturelles-fest/

Beschämende fremdenfeindliche Signale von der ÖVP-FPÖ-Regierung aus Österreich ermuntern deren Anhänger zur hasserfüllten Hetze

Über die rechtspopulistische Politik der ÖVP-FPÖ-Regierung in Österreich haben wir hier wiederholt berichtet (Quellen u.a.):

https://confessiones.online/2017/10/26/opus-dei-netzwerke-in-oesterreich-erreichen-direkten-einfluss-auf-die-kuenftige-regierung/

https://confessiones.online/2018/01/13/der-rechtsglaeubige-django-aus-kaertnen-herbert-kickl-ist-oesterreichs-innenminister-wiener-blut-zu-viel-kicklgruber-tut-europa-nicht-gut-oder-wollt-ihr-etwa-die-totale-juden-und-is/

In Österreich lagen und liegen die Flüchtlingszahlen deutlich unter denen in Deutschland. Wie tief der fremdenfeindliche Kulturkampf rechtspopulistischer und rechtskatholischer Netzwerke dort schon Wirkungen entfalten konnte, haben wir in den letzten Wochen aus einigen Posts zu Facebook-Verlinkungen auf unsere Artikel ablesen können, die hasserfüllte Hetze haben wir ausnahmslos gelöscht. Wir zitieren das (vorläufige) Zwischenergebnis des von rechts geführten Kulturkampfes aus Screenshots, die wir aus solchen Posts angefertigt haben [die Namen und Abbildungen haben wir anomysiert, unser Stil ist es nicht zu denunzieren].

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