Die „Poesie“ der Menschenverachtung (=„Fremdenunfreundlichkeit“). Heideggers Erben: Elias Matussek und Rudolf Safranski.

2017_12_28_diana

Gast-Kolumne von Diana Sonntag

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Es war einmal vor langer, langer Zeit da studierten der Jesuiten-Zögling Elias und der Pietisten-Enkel Rudolf Journalistik, Amerikanistik, Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Um genau zu sein in den 60er/70er Jahren. Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, kann sich religiöse Erziehung auch noch im hohen Alter schädlich auswirken. Der penetrante Schwall sublimierender Triebabfuhr in Form geschriebener und gesprochener Worte ist unter jenen Dichtern der Konservativen Revolution keine Seltenheit und flutet seit Jahren die WELT DER JUNGEN FREIHEIT. Das Psychogramm ihres Ideals korrespondiert mit der Schwarzwälder Schule, einer Philosophie der Ästhetik des Nationalsozialismus. Kernthese und zugleich genuin unpraktische, d.i. nicht-ethische Grundlage für die undemokratische Praxis war seinerzeit der demagogische Leitgedanke einer romantischen Mystifizierung des Nicht-Personalen in Bezug auf das Menschliche – also eine Leitkultur der Poesie des Menschlichen im Bestialischen. Weiterentwickelt haben Elias Matussek und Rudolf Safranski diese Schwachstelle des Nichtpraktikablen nach dem Zerfallen des Dritten Reiches zu einer Philosophie praktischer Ästhetik der Fremdenunfreundlichkeit, die ihren Niederschlag alsbald in davon inspirierten Bewegungen wie Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes (P-gida), „Demo für jeden päpstlichen Rechts“, Evitanretla für Deutschland (EfD) fand, weil jene Ästhetik  sich durch unbezahlte Werbung in der WELT DER JUNGEN FREIHEIT immer orgiastischerer Beliebtheit erfreuen durfte. Bei einem ebenso notgeilen Publikum, das sich von der Idee der Menschenverachtung von jeher angezogen fühlte, weil es zu einem Leben in der ent-personalisierten Finsternis, also in der bestialischen Lichtung, das Seiende sein zu lassen, um mit Heideggers eigenen Worten zu sprechen, erzogen wurde. Der Begriff des Kadavergehorsams eroberte also durch seine pulsierende Wiederherstellung in den Ideen Elias Matusseks und Rudolf Safranskis nicht bloß auf abstraktem Wege die spröde Öde der ausklingenden Post-Moderne, sondern er konnte abseits seiner Demontage seit 1968 als „Teil des Systems“ sintflutartig ins Ästhetisch-Praktische überführt werden und für die deutsche Kultur und Politik nach einer Phase der Trockenheit (kristallklar aus den kalten Nächten männlicher Einsamkeit herausformuliert) fruchtbar gemacht werden. Elias Matussek und Rudolf Safranski, die Triebabführer des recht-neuen deutschen Penn-Clubs Denker und Dichter gegen die Islamisierung des Abendlandes (D-gida) – haben uns einen Braten in die Röhre gesetzt: „Adolf“ soll er heißen. Katholik Matussek besteht auf die Taufe, Safranski soll‘s rechts sein. Je oller, je doller!

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