Buchempfehlungen

Hier erscheinen in unregelmäßiger Folge ausgesuchte Buchempfehlungen der Confessiones-Redaktion. Keineswegs beinhalten diese Empfehlungen im Einzelfall (uneingeschränkte) Zustimmung zu (allen) Positionen der Autoren, als Anregungen jedoch halten wir diese Publikationen für sehr empfehlenswert.
Neuveröffentlichungen bzw. Veröffentlichungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen, philosophischen und religiösen Fragestellungen werden zuerst aufgeführt.

François Jullien:
Es gibt keine kulturelle Identität – Wir verteidigen die Ressourcen einer Kultur

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Aus dem Französischen von Erwin Landrichter

Erschienen: 09.10.2017
edition suhrkamp 2718, Taschenbuch, 80 Seiten
ISBN: 978-3-518-12718-6

Inhalt

In der globalisierten Welt geht die Angst vor einem Verlust der kulturellen Identität um, und fast überall formieren sich die selbsterklärten Retter: In Frankreich gibt Marine Le Pen vor, sie »im Namen des Volkes« zu verteidigen, die AfD fordert in ihrem Grundsatzprogramm »deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus«, und die Identitäre Bewegung ruft gleich in mehreren Ländern mit aggressiven Aktionen zur ihrer Bewahrung auf.

Doch gibt es überhaupt so etwas wie eine kulturelle Identität? In seinem neuen Buch zeigt François Jullien, dass dieser Glaube eine Illusion ist. Das Wesen der Kultur, so Jullien, ist die Veränderung. Er plädiert dafür, Bräuche, Traditionen oder eine gemeinsame Sprache als Ressourcen zu begreifen, die prinzipiell allen zur Verfügung stehen.

François Jullien

François Jullien, geboren 1951 in Embrun, ist Philosoph und Sinologe. Er war unter anderem Direktor des Collège international de philosophie und Professor an der Universität Paris-Diderot. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken.

http://www.suhrkamp.de/buecher/es_gibt_keine_kulturelle_identitaet-francois_jullien_12718.html#

Rezensionen:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/francois-jullien-es-gibt-keine-kulturelle-identitaet-kluger.1270.de.html?dram:article_id=400193

 

Julian Bruns, Kathrin Gösel, Natascha Strobel:
Die Identitären – Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa

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Erschienen: August 2017
Unrast-Verlag, softcover, 320 Seiten
ISBN 978-3-89771-224-9

Die Identitären, deren Anfänge um das Jahr 2002 auszumachen sind, verstehen sich als Jugendbewegung der ›Neuen Rechten‹ in Europa. Seit der Initialzündung in Frankreich haben sich u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Dänemark, Schweden und Norwegen Ablegergruppen gegründet, die untereinander vernetzt sind und sich im Aufbau von grenzüberschreitenden Strukturen befinden.

»Das Handbuch bietet eine solide Grundlage für weiterführende Analysen und die Entschlüsselung neurechter Codes und Symbole.« – Björn Allmendinger, Portal für Politikwissenschaft, 12. Juni 2014

Basierend auf Text-, Bild- und Videomaterial, den Gruppen-Standpunkten, Gesellschaftsanalysen und Schlussfolgerungen werden in diesem Handbuch Aktionismus und Aktivist_innen benannt und analysiert. Die politische Logik ihrer  Thesen wird ebenso eingeordnet, wie die Mittel (rhetorisch, visuell, aktionistisch, medial), derer sie sich bedienen und es wird der Frage nachgegangen, auf welche Theorien und vorhandene Literatur sich die Identitären stützen.

»Das Werk lässt nichts aus. Ein Standardwerk für politisch Interessierte.« – Roman Schweidlenka, litges.at, September 2014

Das Buch gliedert sich in mehrere Teile und beleuchtet so die Verbreitung in ganz Europa, ihre Verortung als ›Neue Rechte‹, ihre Ideologien und historisch-theoretischen Unterbau, ihre Kommunikationsstrategien sowie ihre Qualifikation als Jugendbewegung.

»… geht weit über die Aufgaben eines gängigen Nachschlagewerks hinaus.« –Benjamin Bauer, Distanz Magazin, 25. Februar 2015

»Sehr detailliert, mit vielen Anmerkungen, doch flüssig geschrieben und gut lesbar. Mit umfangreicher Bibliografie. Durch ihre ›Besetzung‹ des Brandenburger Tors in Berlin am 27.08. erlangten Identitäre Medienpräsenz. – Allgemein empfohlen.« Eva-Maria Eberle, ekz-Bibliotheksdienst 2016/36, 5. September 2016

Thomas Wagner: Die Angstmacher

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1. Auflage 2017
Klappenbroschur, 352 Seiten
Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-351-03686-7

Inhalt
Wer sind die Neuen Rechten? Eine hochbrisante Innenansicht

Mit dem Aufkommen der AfD droht die Neue Rechte breite bürgerliche Schichten zu erfassen. Wer sind ihre Ideengeber, und worin haben sie ihre Wurzeln? Thomas Wagner stellt erstmalig heraus, wie wichtig »1968« für das rechte Lager war, weil es einen Bruch in der Geschichte des radikalrechten politischen Spektrums markiert, der bis heute nachwirkt. Das zeigen unter anderem die Gespräche, die Wagner mit den Protagonisten und Beobachtern der Szene geführt hat, darunter Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Martin Sellner, der inzwischen verstorbene Henning Eichberg, Alain de Benoist, Falk Richter und Frank Böckelmann. Wagners Buch liefert eine spannende Übersicht über die Kräfte und Strömungen der Neuen Rechten und ihre Ursprünge.

„Nur wer begreift, wie die Akteure wirklich denken, ist in der Lage, angemessen auf ihre Provokationen zu reagieren. Fest steht: »1968« ist nicht nur die Geburtsstunde einer neuen Linken jenseits der Sozialdemokratie, sondern auch die einer Neuen Rechten. Dieses Buch erzählt, wie es dazu gekommen ist.“ (aus der Einleitung)

Thomas Wagner

Thomas Wagner, geboren 1967 in Rheinberg, studierte in Aachen Soziologie, lehrte und forschte in Dresden und promovierte in Münster. Er arbeitete als freier Autor u.a. für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, junge Welt, Woz, Falter und Der Freitag. Publikationen u. a.: Die Mitmachfalle (2013), Robokratie (2015).

http://www.aufbau-verlag.de/index.php/die-angstmacher.html

Rezensionen:

https://www.perlentaucher.de/buch/thomas-wagner/die-angstmacher.html

http://www.zeit.de/2017/34/die-angstmacher-thomas-wagner-rechte-afd

Hg.: Rudolf Sievers
1968 – Eine Enzyklopädie

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Erschienen: 28.01.2008
edition suhrkamp 3337,
Taschenbuch, 490 Seiten
ISBN: 978-3-518-13337-8

Inhalt

Wir sind Deutschland und Papst, man redet von Karrierefrauen und Rabenmüttern, wenn die Kinder nicht Latein, Klavier oder Manieren lernen wollen, empfiehlt der Zeitgeist den Gebrauch des Rohrstocks. Unter den Talaren verbirgt sich heute die hohle Rhetorik von Exzellenz und Humankapital, die sexuelle Revolution frißt angeblich ihre Kinder, mit lustig ist Schluß, und nun erklärt ausgerechnet Bild-Chef Kai Diekmann endgültig, warum die 68er an allem schuld sind. Gegen diesen oberflächlichen konservativen roll back gilt es, die Ideen der revoltierenden Studenten wiederzuentdecken. Zu diesem Zweck hat Rudolf Sievers die wichtigsten intellektuellen Quellen der 68er zusammengestellt: von Marx bis Sartre, von Handke bis Godard. Zusätzlich ist auf jeder Seite ein Ereignis aus dem Jahr 1968 festgehalten – die Chronologie eines der »dichtesten Jahre der Weltgeschichte« (Peter Sloterdijk).

Rezensionen:

https://www.perlentaucher.de/buch/norbert-frei/1968.html

Nick Bostrom:
Superintelligenz – Szenarien einer kommenden Revolution

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Aus dem Englischen von Jan-Erik Strasser
Erschienen: 11.04.2016
Flexcover, 480 Seiten
ISBN: 978-3-518-58684-6
Inhalt
Was geschieht, wenn es uns eines Tages gelingt, eine Maschine zu entwickeln, die die menschliche Intelligenz auf so gut wie allen Gebieten übertrifft? Klar ist: Eine solche Superintelligenz wäre enorm mächtig und würde uns vor riesige Kontroll- und Steuerungsprobleme stellen. Mehr noch: Vermutlich würde die Zukunft der menschlichen Spezies in ihren Händen liegen, so wie heute die Zukunft der Gorillas von uns abhängt.Nick Bostrom nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise in die Welt der Orakel und Genies, der Superrechner und Gehirnsimulationen, aber vor allem in die Labore dieser Welt, in denen derzeit fieberhaft an der Entwicklung einer künstlichen Intelligenz gearbeitet wird. Er skizziert mögliche Szenarien, wie die Geburt der Superintelligenz vonstattengehen könnte, und widmet sich ausführlich den Folgen dieser Revolution.Sie werden global sein und unser wirtschaftliches, soziales und politisches Leben tief greifend verändern. Wir müssen handeln, und zwar kollektiv, bevor der Geist aus der Flasche gelassen ist – also jetzt! Das ist die eminent politische Botschaft dieses so spannenden wie wichtigen Buches.

Pressestimmen

»… ein lohnendes Gedankenexperiment, das zeigt, wie ernst die lange belächelte KI-Forschung heute genommen werden sollte.«
Maja Beckers, DIE ZEIT

»Bostrom exerziert in seinem Buch die möglichen Gefahren der Intelligenzexplosion, die Irr- und Lösungspfade für das Kontrollproblem … Faszinierend sind seine Überlegungen vor allem deshalb, weil sie immer wieder auf unser Menschsein zurückfallen … «

Norbert Zähringer, Die Literarische Welt

» … ein bemerkenswertes Buch.«
Thomas Thiel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein Text so nüchtern und cool, so angstfrei und dadurch umso erregender, dass danach das, was bisher vor allem Filme durchgespielt haben, auf einmal höchst plausibel erscheint.«
Georg Diez, DER SPIEGEL 50/2014

»Das ist keine effektheischende Science-Fiction-Spekulation, sondem eine gründlich erarbeitete und darum auch nicht ganz leicht zu lesende, aber überzeugende Mahnung: höchste Zeit, erwachsen zu werden!«
Augsburger Allgemeine

»…ein ästhetischer Genuss.«
Oskar Piegsa, SPIEGEL ONLINE

»Wir müssen handeln, und zwar kollektiv, bevor der Geist aus der Flasche gelassen ist – also jetzt! Das ist die eminent politische Botschaft dieses so spannenden wie wichtigen Buches.«
lernwelt.at Januar 2015

Peter Bieri: Das Handwerk der Freiheit
Über die Entdeckung des eigenen Willens

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Erstauflage: München, 2001
Taschenbuch
Erschienen: 1. September 2003

S. Fischer Verlage
ISBN: 978-3-596-15647-4

Inhalt
Was bedeutet es, frei zu sein? Gibt es eine absolute Freiheit des Willens? Der Philosoph Peter Bieri präsentiert die unterschiedlichsten Antworten auf die Frage der Willensfreiheit wie auf einer Bühne: In kleinen, immer wieder abgewandelten Szenen verstrickt er scheinbar zwingende Vorstellungen von Freiheit so lange in Widersprüche, bis sich am Ende die Prinzipien einer wirklichen Freiheit erkennen lassen.

Peter Bieri

Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, studierte Philosophie und Klassische Philologie und lehrte als Professor für Philosophie in Bielefeld, Marburg und an der Freien Universität Berlin. Unter dem Pseudonym Pascal Mercier veröffentlichte er u.a. die Romane ›Perlmanns Schweigen‹ (1995), ›Der Klavierstimmer‹ (1998) sowie den großen Erfolg ›Nachtzug nach Lissabon‹ (2004).

https://www.fischerverlage.de/buch/Das_Handwerk_der_Freiheit/9783596156474

Rezensionen:

http://www.spektrum.de/magazin/das-handwerk-der-freiheit/828846

https://www.perlentaucher.de/buch/peter-bieri/das-handwerk-der-freiheit.html

Ernst Dassmann: Kirchengeschichte I
Ausbreitung, Leben und Lehre der Kirche in den ersten drei Jahrhunderten

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Artikelnummer: 978-3-17-023580-9
Auflage: 3., durchgesehene Auflage
Seiten: 287
Erschienen: 2012

Eine Kirchengeschichte der ersten drei Jahrhunderte gab es erst spät, eigentlich erst mit Eusebius von Caesarea (gest. 339). Die neutestamentlichen Schriften wie auch die Apostolischen Väter, die Apologeten etc. schauen jedoch nicht zurück, um die kirchliche Vergangenheit zu erhellen, sondern um die Gegenwart verständlich zu machen. Vor diesem Hintergrund – selbstverständlich unter Einschluss relevanter nichtchristlicher Quellen – werden in diesem Band die Anfänge und Ausbreitung sowie Leben und Lehre des frühen Christentums beschrieben. „Als Studienbuch ist die Darstellung (…) ohne Einschränkung zu empfehlen, ja wohl für diese Zeit in ihrem Umfang (…) die beste ihrer Art.“ (Klaus Schatz)

Prof. Dr. Ernst Dassmann

Prof. Dr. Ernst Dassmann lehrte Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Universität Bonn.

https://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/nav_product.php?product=978-3-17-023580-9&world=OPUBS

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Dassmann

Tim Weiner: CIA
Die ganze Geschichte

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Originalsprache: Englisch
Erstveröffentlichung: 28. Juni 2007
Übersetzt von: Elke Enderwitz, Ulrich Enderwitz, Monika Noll, Rolf Schubert
ISBN: 978-3-596-17865-0
Inhalt
Zwielichtige Machenschaften wie Drogenhandel und Geldwäsche, Mordkomplotte, illegale Interventionen und Folter: Seit ihrer Gründung vor sechzig Jahren steht die CIA für viele dubiose Vorgänge beginnend mit dem Kalten Krieg bis zum heutigen »War on Terror«. Es gibt kaum eine Veränderung im Weltgeschehen der letzten Jahrzehnte, bei der die CIA nicht ihre Hände im Spiel hatte, ob in Südamerika, Vietnam oder Afghanistan… In zahlreichen Filmen und Thrillern wird sie als kühler, brillanter und allmächtiger Strippenzieher der Weltpolitik dargestellt.
Doch das Gegenteil ist der Fall. Der zweifache Pulitzer-Preisträger Tim Weiner zeigt beängstigend und zugleich erstaunlich unterhaltsam, mit welcher Inkompetenz und Naivität der mächtigste Geheimdienst der Welt operiert. Unter anderem war man in Langley vom Fall der Sowjetunion völlig überrascht, hatte die Invasion in Kuwait übersehen und die Warnsignale vor dem 11. September ignoriert.
Tim Weiner

Tim Weiner war lange Journalist bei der »New York Times« und gilt als einer der intimsten Kenner des amerikanischen Geheimdienstsystems. Der Watergate-Skandal gab seinerzeit den Ausschlag für seinen Wunsch, investigativer Journalist zu werden. Für seine Reportagen und seine Berichterstattung über das geheime »National Security Program«, das die CIA gemeinsam mit dem Pentagon heimlich ins Leben gerufen hatte, erhielt er zwei Pulitzer-Preise. Er berichtete als Korrespondent aus Afghanistan, Pakistan, dem Sudan und weiteren 15 Staaten. Für ›CIA. Die ganze Geschichte‹ wurde er 2007 mit dem National Book Award und dem Los Angeles Times Book Award for History ausgezeichnet.

Literaturpreise:
National Book Award 2007
Los Angeles Times Book Award for History 2007

https://www.fischerverlage.de/buch/cia/9783596178650

Rezensionen

http://www.sueddeutsche.de/politik/us-geheimdienst-cia-vertuschungsgeschichten-1.259714

https://www.welt.de/wams_print/article1778014/Die-CIA-Die-raten-doch-nur.html

https://www.perlentaucher.de/buch/tim-weiner/cia.html

https://de.wikipedia.org/wiki/CIA:_Die_ganze_Geschichte

Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter

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Aus dem Amerikanischen von Kathrina Menke

Erschienen: 29.10.1991
edition suhrkamp 1722,
Taschenbuch, 236 Seiten
ISBN: 978-3-518-11722-4

Inhalt
Mit ihrem berühmten Satz, man werde nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht, leitete Simone de Beauvoir nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Phase des Feminismus ein. Geschlechtsidentität wurde danach nicht mehr als natürlich gegeben, sondern als Folge von Kultur und Erziehung betrachtet. Judith Butler ging noch einen Schritt weiter. Die amerikanische Philosophin meinte, nicht nur in der Geschlechtsidentität, sondern bereits im anatomischen Geschlecht ein Konstrukt zu erkennen. Was wir für biologische Fakten hielten, sei erst durch wiederholte Praxis, Menschen in männliche und weibliche Subjekte aufzuteilen, zur Realität geworden. Im Dienst der Fortpflanzung seien Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit zur gesellschaftlichen Norm erhoben worden, unter Ausschluss aller anderen Formen sexueller Identität. Das Unbehagen der Geschlechter wurde trotz seiner streckenweise unverständlichen Sprache rasch zum Bestseller, seine Autorin zu einer Art Popstar der Intellektuellenszene. Nicht nur unter Feministinnen entfachte dieses umstrittene Buch eine heftige Debatte, die bis heute anhält.

Judith Butler
Judith Butler, geboren 1956, lehrt Rhetorik, Komparatistik und Gender Studies in Berkeley, Kalifornien.

Judith Butler wird am 24. Februar 1956 in Cleveland, Ohio als Tochter einer aus Ungarn stammenden Wirtschaftswissenschaftlerin und eines russischen Zahnarztes geboren. Als Tochter praktizierender Juden besucht sie eine jüdische Schule und lernt Hebräisch. Im Alter von 14 Jahren beginnt sie sich mit jüdischer Ethik, vor allem mit Martin Buber, aber auch mit Spinoza, Kant und Hegel zu beschäftigen. Etwa zur gleichen Zeit entdecken ihre Eltern, dass die Tochter lesbisch ist und schicken sie zum Psychiater. Nach dem Besuch des Bennington-College in Vermont nimmt Judith Butler an der Yale-Universität das Studium der Philosophie auf, das sie 1978 abschließt. 1984 wird sie in Yale mit einer Dissertation über Hegel promoviert. Nach einem Jahr an der Universität Heidelberg unterrichtet sie unter anderem an der George-Washington-Universität in Washington und an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, ehe sie einem Ruf an die kalifornische Berkeley-Universität folgt, wo sie seit 1993 als Professorin für Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaft tätig ist. In den 80er-Jahren engagiert sie sich in der „Act Up“-Bewegung, die sich gegen die Stigmatisierung von HIV-Infizierten und gegen Homophobie einsetzt. Im Anschluss an ihren Bestseller Das Unbehagen der Geschlechter (Gender Trouble, 1990) präzisiert sie ihre Geschlechtertheorie in Körper von Gewicht (Bodies that matter, 1993) und Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen (Undoing Gender, 2004). Ab Mitte der 90er-Jahre wendet sich Butler von der Geschlechterproblematik ab und beschäftigt sich vor allem mit ethischen Fragen, mit Krieg und dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. 2012 wird Butler für ihre Verdienste um die Philosophie in Frankfurt mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis geehrt. Wegen ihrer Kritik an der israelischen Siedlungspolitik und der Einordnung von Hisbollah und Hamas als linke soziale Bewegungen wird sie heftig angegriffen. Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin, der Politikwissenschaftlerin Wendy Brown, mit der sie einen Sohn großgezogen hat, lebt Judith Butler in Kalifornien.

Theodor-W.-Adorno-Preis
01.06.2012
Judith Butler erhält den Theodor-W.-Adorno-Preis 2012. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main zum Gedenken an den Philosophen Theodor W. Adorno vergeben.

Das Kuratorium ehrt mit Judith Butler eine Autorin bedeutender Schriften zur politischen Theorie, zur Moralphilosophie und zur Geschlechterforschung. Butler, die Rhetorik und Literaturwissenschaft an der University of California, Berkeley, lehrt, bekennt sich zu Adorno als einem Denker, der ihr Werk wesentlich beeinflusst und mit dem sie sich zeitlebens auseinander gesetzt hat.

Rezensionen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbehagen_der_Geschlechter

http://www.theoriekritik.ch/?p=306

Alexander Kluge: Lernprozesse mit tödlichem Ausgang

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Erschienen: 1973
Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988
(4. Auflage), ISBN 3-518-10665-1
Derzeit (auch online) nur noch antiquarisch erwerbbar.

Inhalt

Aus dem Klappentext: Es geht um Charaktere der »verwalteten Welt«: Nationalsozialisten, Experten, die dem Dritten Weltkrieg »weitermachen« wollen, vor allem aber um Einzelkämpfer der modernen Alltagserfahrung (Philologe, Werkschutzdirektor, Kriminalbeamte, Laiern, Verfassungsschützer, Freizeitmenschen, Arbeitende, Begriffsimperialisten, Politiker.) Sie sind als Einzelne oder als Planstelleninhaber in Großapparaten aktiv: Menschen, deren unterdrückter, aber unbezwinglicher Lebenswille sie vorwärtstreibt – weg von ihren geschichtlichen Wurzeln, aus denen sie doch ihre Lebensprogramme beziehen. »Sinnentzug«; »Hunger nach Sinn«.
Es ist der gleiche Lebenswille dieser Menschen, ihre individuelle Suche nach Glück, der auf kollektiver Ebene das gesellschaftliche Unglück produziert – eine schiefe Welt, aufgebaut auf dem Wunsch der Menschen nach einer geraden.
Diese Menschen lernen permanent. Aber es sind Lernprozesse mit tödlichem Ausgang. Sie lernen, sich ins Unglück einzufügen; und sie lernen zu spät; das Unglück überholt die Lernprozesse.
Es geht in diesen Geschichten um »Ausfallserscheinungen gesellschaftlicher Erfahrung«. Irgend etwas an diesem Programm stimmt nicht.
Das Buch rechnet mit Antworten des Lesers aus dessen eigener Erfahrung.

Alexander Kluge

Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, promovierte 1956 über die „Universitäts-Selbstverwaltung“ zum Dr. jur., einem Thema, das bald darauf politisch brisant wurde. Er wurde juristischer Berater des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und sehr bald Vertrauter von T.W. Adorno. Anfang der 60er Jahre wurde K. gleichzeitig als Schriftsteller und Filmemacher bekannt: 1962 liest er bei der Gruppe 47 aus dem Band Lebensläufe und veröffentlicht zusammen mit 25 jungen Filmern das Oberhausener Manifest, 1966 erhält er als erster Deutscher nach dem Krieg den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig für Abschied von Gestern mit Alexandra Kluge in der Hauptrolle. Damit öffnet sich in Europa eine Tür für den Neuen Deutschen Film, als dessen spiritus rector man Kluge bezeichnen darf, insofern er seine ganze Kraft einsetzt, diese Individualisten des Kinos zusammenzuhalten und institutionelle, finanzielle Absicherungen für einen deutschen Autorenfilm herzustellen (Gründung des Ulmer Instituts für Filmgestaltung 1962, Rahmenabkommen Film / Fernsehen 1974). Es geht, wie Kluge als Kritischer Theoretiker weiß, niemals nur um das Gelingen einzelner Werke, sondern nötig ist die Herstellung einer authentischen Öffentlichkeit, einer stabilen Verbindung mit dem Publikum, und das können einzelne nicht alleine.

Bis Mitte der achtziger Jahre veröffentlicht Kluge 14 abendfüllende Spielfilme (die immer auch dokumentarisches Material enthalten), schreibt vier Bände Geschichten und setzt zusammen mit Oskar Negt die Kritische Theorie philosophisch-soziologisch fort. Nach der Aufkündigung der Filmförderung durch die konservative Regierung führt Kluge das Konzept der Politik der Autoren ab 1988 in sog. Kulturfenstern im Privatfernsehen fort (RTL, SAT 1, VOX sowie dem Schweizer Fernsehen). In knapp 20 Jahren entstehen ca. 1500 Stunden Sendezeit aus Gesprächen mit Künstlern, Wissenschaftlern, Musikern, Filmern, Schriftstellern, Politikern, aber auch mit neuen TV-Formaten wie Musikmagazinen, Bildern ohne Worte oder der bekannten Reihe Facts & Fakes.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts meldet er sich auch wieder als literarischer Autor mit mehreren umfangreichen Erzählungsbänden zurück (Bremer Literaturpreis zum zweiten Mal 2001, Büchner Preis 2003). Wenn Kluge sich literarisch, in Bildern und wissenschaftlich in Begriffen äußert, so handelt es sich weder um verschiedene Themen, schon gar nicht um verschiedene Ziele, sondern um unterschiedliche Ausdrucksformen ein- und derselben Sache: der authentischen Vermittlung von Erfahrungen in einer gesellschaftlichen Wirklichkeit, in der starke Kräfte auf Verschüttung und Entwertung von Erfahrung gerichtet sind. (RS)

https://www.amazon.de/Lernprozesse-T%C3%B6dlichem-Ausgang-Alexander-Kluge/dp/3518006657

http://www.kluge-alexander.de/aktuelles/details/artikel/lernprozesse-mit-toedlichem-ausgang.html

Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

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Erstveröffentlichung: 1951 in New York
Erhältliche deutschsprachige Auflage: 01.12.1991
Piper Verlag
1024 Seiten, Broschur
ISBN: 978-3-492-21032-4

Unter dem Eindruck des Holocaust, der nationalsozialistischen Vernichtung des europäischen Judentums, hat Hannah Arendt mit ‚Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft‘ – zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955 – zugleich eine Geschichte und eine Theorie des Totalitarismus geschrieben. Hier hat sie »die allgemein gültige Vorstellung vom monolithischen Charakter des Dritten Reiches erschüttert und auf die eigentümliche Strukturlosigkeit totaler Regierungen hingewiesen. Hannah Arendt analysiert den Nationalsozialismus und den Stalinismus als verwandte Herrschaftstypen und als Folgeerscheinungen von Antisemitismus und Imperialismus.« (Deutschlandfunk)

Hannah Arendt
Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte Philosophie, Theologie und Griechisch unter anderem bei Heidegger, Bultmann und Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 emigrierte sie nach Paris, 1941 nach New York. Von 1946 bis 1948 war sie als Lektorin, danach als freie Schriftstellerin tätig. Sie war Professorin für Politische Theorie in Chicago und lehrte ab 1967 an der New School for Social Research in New York.

https://www.piper.de/buecher/elemente-und-urspruenge-totaler-herrschaft-isbn-978-3-492-21032-4

Rezensionen:

http://www.zeit.de/1984/12/elemente-und-urspruenge-totaler-herrschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Urspr%C3%BCnge_totaler_Herrschaft

Lion Feuchtwanger: Die Wartesaal-Trilogie

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In der Wartesaal-Trilogie zeigt sich der Exilschriftsteller als scharfsichtiger Chronist seiner Zeit. Die drei Romane, erschienen zwischen 1930 und 1940, sind Zeugnisse der unheilvollen Epoche in Deutschland: Im München der zwanziger Jahre kämpft eine Frau um ihren Geliebten, einen politisch verfolgten Museumsdirektor (Erfolg). In Berlin versinken die drei Brüder Oppermann in den frühen dreißiger Jahren in bürgerlicher Selbstgefälligkeit und ignorieren das Erstarken der Nazis, bis sie in Lebensgefahr geraten. Im Pariser Exil versucht ein Komponist verzweifelt, ein »normales« Leben zu führen: Der grausamen Diktatur entronnen, schwankt der Heimatlose im tristen Alltag zwischen Mutlosigkeit und Hoffnung. Die drei Schlüsselromane sind Geschichten von Karrierismus, Justizskandalen und Zivilcourage, aber auch von Liebe, Verrat und Eifersucht. Bis heute haben sie nichts an Leidenschaft, Spannung und Brisanz eingebüßt.

Erfolg
Der Münchner Museumsdirektor Martin Krüger hat sich unbeliebt gemacht. Einige Leute wären ihn gern los. Der Meineidprozess, den man ihm anhängt, geht deshalb auch nicht gut für ihn aus. Doch er hat Freunde, die seine Unschuld zu beweisen versuchen.
„Der Roman ›Erfolg‹ ist mehr als nur ›das Buch Bayern‹, er weitet sich zu einer Geschichte der allgemeinen deutschen Zustände in der Epoche des beginnenden Nazismus aus.“ Victor Klemperer

Die Geschwister Oppermann
In jener Nacht, in der das Auto über die Schweizer Grenze rast, ist der Schlagbaum auf deutscher Seite nicht geschlossen: Die Entführung des Journalisten Friedrich Benjamin geschieht im Auftrag deutscher Behörden. Ein Tauziehen beginnt zwischen der NS-Parteizentrale und den in Paris lebenden Exilanten um das Leben des Mannes Benjamin und um die Existenz der Zeitung „Pariser Nachrichten“.

Exil
Schlüsselroman über das Leben deutscher Emigranten
In jener Nacht, in der das Auto über die Schweizer Grenze rast, ist der Schlagbaum auf deutscher Seite nicht geschlossen: Die Entführung des Journalisten Friedrich Benjamin geschieht im Auftrag deutscher Behörden. Ein Tauziehen beginnt zwischen der NS-Parteizentrale und den in Paris lebenden Exilanten um das Leben des Mannes Benjamin und um die Existenz der Zeitung „Pariser Nachrichten“.

Lion Feuchtwanger

Lion Feuchtwanger, 1884-1958, war Romancier und Weltbürger. Seine Romane erreichten Millionenauflagen und sind in über 20 Sprachen erschienen. Als Lion Feuchtwanger mit 74 Jahren starb, galt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache. Die Lebensstationen von München über Berlin, seine ausgedehnten Reisen bis nach Afrika, das Exil im französischen Sanary-sur Mer und im kalifornischen Pacific Palisades haben den Schriftsteller, dessen unermüdliche Schaffenskraft selbst von seinem Nachbarn in Kalifornien, Thomas Mann, bestaunt wurde, zu einem ungewöhnlich breiten Wissen und kulturhistorischen Verständnis geführt. 15 Romane sowie Theaterstücke, Kurzgeschichten, Berichte, Skizzen, Kritiken und Rezensionen hatten den Freund und Mitarbeiter Bertold Brechts zum „Meister des historischen und des Zeitromans“ (Wilhelm von Sternburg) reifen lassen. Mit seiner „Wartesaal-Trilogie“ erwies sich der aufklärerische Humanist als hellsichtiger Chronist Nazi-Deutschlands.

»Wer sich ganz anpaßt, der verliert sich selber.«

Lion Feuchtwanger: Josephus-Trilogie

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Diese spannungsvolle Trilogie gehört in die erste Reihe der Weltliteratur.
Mit den Freiheiten eines historischen Romans erzählt Feuchtwanger das Leben des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus (37 – 100 u.Z.), der vom brennenden Ehrgeiz erfüllt ist, beides zu sein: Jude und Römer, Israelit und Weltbürger. Doch die Gegensätze drohen ihn zu zerreißen und zerstören seine Familie. Er verläßt das einst so umworbene Rom und kehrt zurück an seinen Ursprung.

Die historischen Aussagen des Romans über den jüdischen Schriftsteller und Historiker Flavius Josephus sind größtenteils korrekt, nicht zuletzt, weil Feuchtwanger sich auch an den zahlreichen Aussagen Josephi über sich selbst orientiert. Der junge Pharisäer machte sich tatsächlich auf eine Reise nach Rom, um (erfolgreich) für die Freigabe dreier gefangener jüdischer Priester einzutreten und organisierte, als Kommandant Judäas, den jüdischen Aufstand mit, woraufhin er nach Eroberung der Festung Jotapata durch die Römer in deren Hände fiel. Danach prophezeite Josephus Vespasian zukünftige Kaiserwürden, wodurch er zum Leibeigenen und Glücksbringer des Feldherren wurde und somit sein Leben rettete. Als sich seine Prophezeiung schließlich erfüllte, war Josephus wieder ein freier Mann, welcher den jungen Feldherren Titus um 70 n. Chr. nach Jerusalem begleitete. Zum einen fungierte er hier als Chronist des Krieges, zum anderen auch als (erfolgloser) Unterhändler. Im Gegensatz zum Roman erhielt Josephus das Römische Bürgerrecht eigentlich erst nach dem Fall Jerusalems, gewissermaßen zum Dank. Am Ende des Romans beginnt Josephus mit der Arbeit an Bellum Judaicum. Dies ist gewissermaßen das wichtigste Werk des Historikers, da es den jüdischen Krieg (66 n. Chr.–70 n. Chr.) sehr genau beschreibt und auch wenn es die Römer sehr positiv darstellt, doch trotzdem aus jüdischer Perspektive geschrieben ist. Josephus appelliert sogar an seine jüdische Leserschaft: „Gott ist jetzt in Italien“, deshalb steht er auf Seiten der Römer. Dies spiegelt auch die messianisch-apokalyptische Stimmung unter den Juden in der damaligen Zeit wider. All das ändert jedoch nichts daran, dass Josephi Werk von jüdischen Gelehrten bis ins 16. Jahrhundert hinein totgeschwiegen wurde und seine Idee des Kosmopolitismus erst Ende des 19. Jahrhunderts Beachtung fand. René Bloch geht sogar soweit, zu vermuten, dass Feuchtwanger wohl einer der Wenigen gewesen sei, der Josephus wirklich verstanden habe. 

Die Idee des Weltbürgertums von der Verschmelzung östlicher und westlicher Kultur ist denn auch einer der wichtigsten Aspekte des Romans. Mit Josephus zeigt Feuchtwanger das Scheitern des ersten Weltbürgers, seinen vergeblichen Versuch, eine vermittelnde Rolle im Konflikt zwischen Römern und Juden zu übernehmen. Entscheidend ist, dass Josephus sich vom radikalen jüdischen Nationalismus abwendet, sich für die römische Kultur öffnet, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Er steht zu seinem Juden-, wie zu seinem Römertum, was ihm von Anfang an den Skeptizismus und Hass beider Seiten einbringt. Josephi Ideal ist zum Scheitern verurteilt, weil er seiner Zeit damit weit voraus ist.   (Quelle: wikipedia.de, s.u.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_j%C3%BCdische_Krieg_(Roman)

https://de.wikipedia.org/wiki/Josephus-Trilogie

Sophokles: Antigone

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Uraufführung: in Athen wahrscheinlich im Jahre 442 v.Chr.
Empfohlene Textausgabe:
Sophokles, Anouilh, Brecht u.a.: Antigone in Vergangenheit und Gegenwart
Schöningh-Verlag, 2005
ISBN 978-3-14-022406-2

»Das Thema der „Antigone” ist die „Kollision” zweier sittlicher Mächte: Familienliebe und Staatsgesetz. So definiert es Hegel, und er deutet den metaphysischen Sinn der Tragödie als die Vernichtung der Individuen, die sich zur Verwirklichung je einer dieser Mächte aufgeworfen haben, wobei eben diese Vernichtung die wahrhafte Gerechtigkeit darstellt. Die letzten Worte des Chors, die Mahnung, weise zu sein und Ehrfurcht zu haben vor den Göttern, sind der Schlüssel zu dieser Erklärung. Der zeitlose Konflikt, die Schönheit der Sprache, die „Gewalt der Komposition, der Reichtum der Gedanken ergreifen den Hörer heute wie in alten Zeiten. Und doch bleibt uns die geistige Welt der Tragödie – wie bei allen antiken Dramen –, Inhalt sowohl wie Form, fremdartig und schwer zu begreifen.”« (Quelle: zeit.de, s.u.: Rezensionen)

Antigone [an’ti:gɔne], auch Antigonae oder Antigonä (griech. Ἀντιγόνη) ist eine Tragödie des antiken griechischen Dichters SophoklesKreon, König von Theben, verbietet die Bestattung Polyneikes, da dieser gegen die Stadt Krieg geführt hat. Antigone, Polyneikes‘ Schwester, übertritt das Verbot; zur Strafe lässt Kreon sie lebendig einmauern. Dies löst eine Kette von Suiziden aus: Antigone bringt sich um, darauf tötet sich auch ihr Verlobter Haimon, Kreons Sohn, und schließlich nimmt sich Eurydike das Leben, Kreons Ehefrau und Haimons Mutter. In Athen wahrscheinlich im Jahr 442 v. Chr. uraufgeführt, ist die Tragödie das zuerst aufgeführte Stück von Sophokles‘ „Thebanischer Trilogie“, zu der außerdem König Ödipus und Ödipus auf Kolonos gehören. (Quelle: wikipedia.de, s.u.)

Rezensionen:

http://www.zeit.de/1946/01/sophokles-antigone

https://www.perlentaucher.de/stichwort/antigone.html

https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/klassiker-der-weltliteratur/antike-sophokles-antigone100.html

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